Versorgungssicherheit

Wie lange man pro Jahr ohne Strom auskommen muss

Die Versorgungssicherheit beim Strom in Deutschland ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums "nach wie vor als hoch einzustufen". Laut dem Monitoring-Bericht zur Versorgungssicherheit im Bereich der Elektrizitätsversorgung in Deutschland wurde zumindest für 2009 ein sehr niedriger Ausfallwert errechnet.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Die Zeit, die ein Verbraucher im Durchschnitt nicht mit Elektrizität versorgt wurde, hat im gesamten Jahr 2009 im Schnitt nur 14,63 Minuten betragen. Diese niedrige Quote für Stromausfall geht aus dem genannten Bericht hervor, den das Ministerium am Montag in Berlin veröffentlichte. Dieser Wert sei im europäischen Vergleich "besonders niedrig" und sei auch eine Verbesserung gegenüber den Vorjahren 2006 bis 2008. Auf Basis der bestehenden Kraftwerksplanungen stünden bis zum Jahr 2015 in jedem Fall ausreichende Erzeugungskapazitäten zur Verfügung, um die Jahresspitzenlast sicher zu decken.

Diese Aussage gelte aufgrund der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nunmehr sogar bis etwa 2020, hieß es in dem Bericht weiter. Spätestens dann sei ein zunehmender Bedarf zu erwarten. Insbesondere Wind und Photovoltaik würden zunehmend konventionell erzeugte Strommengen ersetzen. Bei weiterhin vorrangiger Einspeisung aus erneuerbaren Energien werde allerdings der konventionelle Kraftwerkspark immer weniger ausgelastet. Engpässe könnten zunächst dadurch aufgefangen werden, dass Stilllegungen von älteren Kraftwerken zeitlich nach hinten verschoben würden. Gaskraftwerke könnten flexibler reagieren auf Schwankungen der erneuerbaren Energien und wiesen eine höhere Rentabilität gegenüber Kohlekraftwerken beim Emissionshandel auf.

Wäre die Laufzeitverlängerung nicht beschlossen worden, würde nach den Berechnungen der Gutachter ab dem Jahr 2020 eine bedeutsame Strommenge importiert. Der Ausbau der Kapazitäten an den "Grenzkuppelstellen" nach Deutschland könne einen Beitrag leisten. Kraftwerkskapazitäten im Ausland würden jedoch nicht bei der Berechnung der inländischen gesicherten Leistung berücksichtigt. Zur Bewertung der Versorgungssicherheit würden ausschließlich die im Inland installierten Kraftwerkskapazitäten herangezogen.