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EinnahmequelleSachsens Strom wird umweltfreundlicher. Dazu tragen auch immer mehr Kommunen bei, die ihre Dächer mit Photovoltaikanlagen ausstatten. In vielen Fällen sind die Städte dabei aber nicht Betreiber, sondern Vermieter - eine weitere Folge der hohen Vergütungen für Solarstrom.
Dresden (dapd/red) - "Dass die Kommunen die Anlage selbst finanzieren und betreiben, ist nur eine von drei Möglichkeiten", sagt Martin Reiner von der Sächsischen Energieagentur (Saena).
Es sei aber auch möglich, das Dach an Investoren zu vermieten. "Die finanzieren und betreiben die Anlage dann", sagt Reiner. Als dritte Möglichkeit stellen manche Orte ihre "kommunalen Dächer" kostenlos für Bürgersolaranlagen zur Verfügung. Bei diesen bezahlt eine Gruppe von Bürgern die Solarenergie Anlage und profitiert von den Erlösen.
Leipzig ist eine der größeren sächsischen Städte, die selbst Strom aus Sonne gewinnen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd ergab. Dort gibt es laut Stadt vier Photovoltaikanlagen in kommunaler Hand. Drei von ihnen liegen auf Schulen, eine auf der Fahrzeug-Halle der Stadtreinigung. Sie spülen insgesamt rund 14.000 Euro pro Jahr in den Haushalt.
Allerdings wird es noch Jahre dauern, bis sie sich selbst finanziert haben. Die 2008 erbaute Anlage auf der Franz Mehrig-Grundschule hat nach Angaben des Rathauses beispielsweise 93.000 Euro gekostet. Bei einer Leistung von etwa 8.400 Kilowattstunden pro Jahr und damit verbundenen Einnahmen von fast 4.000 Euro braucht es noch über 20 Jahre, bis die Anlage tatsächlich auch ein Plus für die Stadtkasse bedeutet.
In Dresden gibt es nach Stadtangaben keine Anlagen für Solarenergie in kommunalem Besitz. Allerdings werden dort 28 Bürgersolaranlagen und Dächer mit Sonnenkollektoren betrieben, die an Investoren verpachtet wurden. Wie viel die Stadt durch die Vermietung der Dächer verdient, will sie nicht sagen.
Auch in Chemnitz überlässt die Stadt Bürgern und Unternehmen Dächer von kommunalen Einrichtungen. Die erste der mittlerweile zwölf Flächen wurde 1995 in Betrieb genommen. Allein in den letzten drei Jahren wurden laut Stadt sechs Anlagen neu errichtet.
"Für die Kommunen ist die Vermietung der Dächer sehr attraktiv", sagt Reiner. Da die Städte oft überschuldet seien, könnten sie so aus der Investorenrolle heraustreten. Dennoch verdienten sie an den Anlagen für Solarenergie. Zum einen könnten sie einen einmaligen Betrag vom Investor verlangen. "Das bietet sich an, wenn sie mit dem Geld beispielsweise die Dachsanierung finanzieren wollen", sagt Reiner. Sonst könnten sie auch an der Einspeisevergütung für den Strom beteiligt werden. Das lohne sich bei den derzeitigen Strompreisen jedoch kaum. Von der Stadt Chemnitz hieß es, die Einkünfte daraus seien im Moment "marginal".
In Zukunft werde es aber auch öfter passieren, dass der Strom in dem Gebäude, auf dem die Anlage installiert ist, direkt genutzt wird, schätzt Reiner. Bei den Investoren selbst seien kommunale Flächen wegen der großen Dächer beliebt.
Die steigende Zahl der Photovoltaikanlagen spiegelt das gleichermaßen große Interesse von Kommunen, Investoren und Bürgern wider. Laut Saena wurden allein im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Leistung von 110 Megawatt in Betrieb genommen, so dass Ende 2009 durch 11.800 Anlagen insgesamt etwa 287 Megawattstunden in das sächsische Stromnetz eingespeist wurden.
Wie viele davon auf kommunalen Dächern zu finden sind, ist nicht bekannt. Der Trend zur Solarenergie geht auch weiter: Bis Mitte Dezember 2010 waren laut Saena in Sachsen 15.400 Anlagen mit einer Leistung von 392 Megawatt installiert.
Der Anteil von Solarenergie im sächsischen Stromnetz ist trotz der Entwicklung derzeit noch vergleichsweise gering. 2008 stammten laut Wirtschaftsministerium 0,55 Prozent des im Freistaat verbrauchten Stroms aus solchen Anlagen. Im vergangenen Jahr war es nach vorläufigen Daten immerhin bereits etwa ein Prozent.
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