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BeratungKommunale Klimaschutzmanager sollen den baden-württembergischen Städten und Gemeinden bei der Energieeinsparung helfen. Dabei greifen die Experten auch auf unkonventionelle Ideen zurück wie etwa die, städtische Büroräume weniger stark zu beheizen.
Aalen (dapd/red) - Warm anziehen sollten sich künftig die Bediensteten der Aalener Stadtverwaltung. Denn die Stadt, nach ihrem Selbstverständnis "überregionaler Leuchtturm für Klimaschutz und Nachhaltigkeit" und Ende 2011 erneut mit dem "European Energy Award" bedacht, setzt sich beim Energiesparen ehrgeizige Ziele, die bis zum Herabsetzen der Temperatur in den städtischen Büroräumen auf 20 Grad Celsius reichen. "Da muss man halt auch mal einen Pulli anziehen", animiert Helke Neuendorff zum Mitmachen. Der 34-Jährige, einer der ersten kommunalen Klimaschutzmanager im Land, geht auch hier mit gutem Beispiel voran.
Seit dem 1. Oktober 2011 sitzt der gebürtige Sigmaringer an seinem Schreibtisch im Grünflächen- und Umweltamt, das sich ganz oben im Betonklotz des Aalener Rathauses befindet. Der Diplom-Geograf und Hobby-Ornithologe war nach seinem Studium in Tübingen drei Jahre lang bei der Klimaschutzagentur Region Hannover tätig, die für die niedersächsische Landeshauptstadt deren Klimaschutzziele umgesetzt hat. Neuendorff war dabei fürs "Stromsparen im Privathaushalt" verantwortlich - sein "Steckenpferd", wie er lächelnd hinzufügt.
Zum Strom sparen müssen teilweise noch Hindernisse überwunden werden.
(Foto / Abb.: Fotolia.com)Aus privaten Gründen hat es ihn zurück in den Südwesten gezogen, weshalb die von der Stadt Aalen ausgeschriebene Vollzeitstelle gerade recht kam. Diese ist zunächst auf drei Jahre bewilligt und wird zu 60 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bezuschusst.
"Manche Bereiche sind sehr aufgeschlossen, bei anderen muss man noch Widerstände überwinden", zieht Neuendorff eine erste Zwischenbilanz nach mehreren Monaten kommunaler Klimaschutzarbeit.
Dass die Verwaltung "von manch lieb gewonnener Gewohnheit Abschied nehmen muss", sagt auch Rudolf Kaufmann, der Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes. Denn die "Leitlinien für das Handeln der Stadtverwaltung", die die Stadt 2012 verbindlich festschreiben will, beschränken sich nicht nur auf das Einsparen von Heizenergie.
"Bis vor zwei Jahren hatten wir überall noch alte Bildschirme auf unseren Schreibtischen", greift Kaufmann ein Beispiel heraus. "Aber erst als wir den Kämmerer nach mehreren vergeblichen Anfragen davon überzeugen konnten, dass man durch den deutlich geringeren Stromverbrauch der neuen Monitorklasse richtig Geld sparen kann, kamen die Dinger auf den Tisch."
Geld spart die Stadt auch im öffentlichen Raum - am auffälligsten durch relativ teure, aber energieeffiziente LED-Straßenleuchten, die bereits in drei Neubaugebieten installiert worden sind.
Der vorhandene Bestand an weißen "Quecksilberdampflampen" wird bei einem fortwährenden Austauschprogramm durch gelbe Natriumdampflampen ersetzt, die bis zu 50 Prozent weniger Energie verbrauchen. Für das innovative Beleuchtungskonzept in der Fußgängerzone ist die Stadt 2010 vom BMU sogar ausgezeichnet worden.
Trotz dieser Erfolge weiß Helke Neuendorff aus seiner bisherigen beruflichen Erfahrung, dass das Energiebewusstsein in der Öffentlichkeit noch ausbaufähig ist. Das "Gewohnheitstier" Mensch will er allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger auf den rechten Energieweg bringen, sondern indem er aufzeigt, "dass man auch ohne Komfortverlust klimafreundlich leben kann". Im Rathaus und in der ganzen Stadt. Informationen dazu gibt es im Internet unter aalen-schafft-klima.de.
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