Pilotprojekt

Wie Fußgänger Strom für die Straßenbeleuchtung "erlaufen"

Fußgänger können die Energie für die von ihnen benötigte Straßenbeleuchtung selbst liefern - und zwar durch das Gewicht ihres Körpers. Dies zeigt eine Demonstrationsanlage im südwestfranzösischen Toulouse, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Möglich wäre ein Einsatz des Systems etwa an Bahnhöfen oder in Fußgängerzonen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Toulouse (afp/red) - Es besteht aus in den Boden eingelassenen Plexiglasplatten, die durch das Gewicht eines Passanten einen Zentimeter nach unten gedrückt werden und dabei Strom erzeugen. Bis zu 50 Watt Energieleistung könne ein Fußgänger so liefern und genug, um Straßenlaternen zum Leuchten zu bringen, sagte der stellvertretende Toulouser Bürgermeister Alexandre Marciel. "Fußgängerzonen können zu echten Quellen sauberer Energie werden."

Das System stammt von der niederländischen Firma Sustainable Dance Club, die in Rotterdam bereits eine Diskothek mit solchen Platten ausgestattet hatte. Über die Bewegungen der Tänzer wurde dabei ein Teil der Energie des Nachtclubs erzeugt. Bei dem Versuch in Toulouse brachten die durchsichtigen Bodenplatten Lampen unterhalb des Gehweges zum Leuchten. Ob sie eines Tage tatsächlich auch zur großflächigen Beleuchtung von Fußgängerwegen unter freiem Himmel eingesetzt werden, ist offen. Sustainable Dance Club hat zunächst Bahnhöfe, Flughäfen und Einkaufszentren als Ziel ausgemacht.