Öko-Wiesn

Wie das Oktoberfest nachhaltiger werden soll

Auch beim Münchner Oktoberfest hat man den Trend erkannt und bemüht sich zunehmend um ökologisches Wirtschaften und um Nachhaltigkeit. Das ist bei einer Festivität dieser Größenordnung nicht immer ganz einfach; dennoch entwickelt sich die Wiesn in puncto Umweltschutz positiv.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (red) - Das Portal der Stadt München hält fest, wie es um die "Öko-Wiesn" bestellt ist. So bemüht man sich unter anderem um die Vermeidung von Abfall und die Versorgung mit Ökostrom. Auch kulinarisch hat das Fest immer mehr "bio" zu bieten.

Abfall reduzieren und Wasser einsparen

Seit 1991 wird auf dem Oktoberfest nur Mehrweggeschirr und –besteck zugelassen, was eine enorme Verringerung der Müllmengen bedeutet. Erfrischungsgetränke werden in Mehrwegflaschen ausgegeben. Der anfallende Müll wird vor Ort gesammelt und getrennt. Wasser wird recycelt, indem man das Spülwasser, das bei der Bierkrugreinigung anfällt, in die Zelttoiletten weiterleitet, bevor es in den Abwasserkanal fließt. Nach Angaben der Stadt konnten so im vergangenen Jahr 6400 Kubikmeter Wasser gespart werden.

Ökostrom für die Wiesn

Alle öffentlichen Bereich der Wiesn, also Straßen und Toiletten, werden bereits mit Ökostrom der Stadtwerke München versorgt. Auch unter den Schaustellern und Wirten entscheidet sich bereits die Hälfte für Ökostrom. Das Riesenrad und die Achterbahn "Olympia Looping" etwa laufen mit Strom aus Wasserkraft. Seit 1995 gehört auch der Punkt "ökologische Verträglichkeit" in das Bewertungssystem für Zulassung von Betrieben zum Fest.

Bio-Qualität bei Würstchen und Mandeln

Bei der Verpflegung haben Wiesn-Besucher zunehmend mehr Auswahl an Bio-Lebensmitteln. Seit sieben Jahren gibt es sie, und es werden immer mehr. Für die Wiesn wurden sogar eigens Betriebe nach der EG-Öko-Verordnung zertifiziert, die Wurst und Fleisch von heimischen Tieren verkaufen. Wer also auf Bio-Fleisch Wert legt, muss nach diesen Ständen Ausschau halten statt in den Großzelten der Brauereien zu essen. Auch Bio-Kaffee, -Mandeln und -Süßigkeiten kann der Oktoberfest-Besucher genießen.

Bund Naturschutz will Ökostrom zur Pflicht machen

Natürlich ist das Oktoberfest allein aufgrund seiner Größe trotzdem ein enormer Stromfresser. Daher schlägt der Bund Naturschutz eine Ökostrom-Pflicht für alle Wiesn-Betriebe vor. Auch bei den Bio-Lebensmitteln gibt es Kritik, da nicht einmal zehn Prozent der Betriebe solche anbieten. Martin Hänseln vom Bund Naturschutz in München sieht hier noch Verbesserungsbedarf, wie das Wirtschaftsportal business.on berichtet.