Unmut

Widerstand gegen Zertifikatehandel für Heizöl wächst

Der Widerstand gegen die Einbeziehung von Brennstoffen in den Handel mit CO2-Zertifikaten formiert sich. Der Mineralölwirtschaftsverband drohte am Donnerstag in Berlin mit einer Kostenexplosion, und der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) warnte die Bundesregierung davor, die Pläne umzusetzen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Die Mineralölwirtschaft beschwor die Gefahr einer Kostenexplosion im Wärmemarkt schon für den nächsten Winter herauf, obwohl die Bundesregierung die Einführung erst für 2015 erwägt. Sollten sich die Pläne für die Einführung eines Zertifikatehandels für die wichtigsten Wärmeträger wie Öl und Gas bewahrheiten, werde der kommende Winter teuer, erklärte der Verband. Bestraft würden mit einer solchen "zusätzlichen Steuer" vor allem Hausbesitzer, die in moderne Heizungen investiert hätten.

Kauder gab zu bedenken, dass die Heizkosten ohnehin steigen würden. "Durch die Energiewende wird die Energie ohnehin teurer. Deshalb warne ich die Regierung davor, diesen Weg immer weiter zu gehen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe).

Der Plan wird noch geprüft

Das Bundesfinanzministerium prüft derzeit, ob die Lieferung von klimaschädlichen Brennstoffen wie Öl an Privatkunden von 2015 an davon abhängig gemacht werden kann, dass der Händler über entsprechende CO2-Verschmutzungsrechte verfügt. Die Kosten dieser Zertifikate müsste er entweder selbst tragen oder - was wahrscheinlicher wäre - auf die Kunden abwälzen. Alternative Brennstoffe wie Holzpellets könnten dagegen etwas billiger werden.

Die Idee zielt darauf ab, Verbraucher zu einem sparsamen, umweltschonenden Einsatz von Energie zu animieren. Ohne eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz bei Wohnhäusern hat die Regierung nach eigener Erkenntnis keine Chance, ihre ehrgeizigen Klimaziele auch nur annähernd zu erreichen.