"Nicht vor Verantwortung gedrückt"

Widerstand gegen Suche nach Atommüllendlager im Emsland

Der Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring (CDU), wendet sich vehement gegen die Suche nach einem Standort für ein Atommüllendlager in der Region. Diese stehe "für eine Diskussion nicht zur Verfügung", sagte Bröring als Reaktion auf Medienberichte wonach der Ort Wahn im nördlichen Emsland in die Suche einbezogen werden soll.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Meppen (ddp-nrd/sm) - Der Landrat warf Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vor, Milliarden für ein Gutachten zu verschleudern, obwohl die Entscheidung für Gorleben längst gefallen sei. In einer Expertise der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover über potenziell geeignete Endlagerstätten sollen unter anderem die Salzstöcke im emsländischen Wahn sowie im ammerländischen Bad Zwischenahn, in Gülze-Sumte bei Lüneburg und Waddekath bei Wittingen genannt sein. Zudem ist von einem breiten Band von Tongesteinformationen die Rede, das sich von der Grafschaft Bentheim und dem Emsland über das Osnabrücker Land bis in die Region Hannover erstreckt.

Bröring verwies auf den Widerstand gegen ein mögliches Endlager in Wahn, der sich bereits Mitte der 70er Jahre formiert habe. Damals war ebenfalls über einen Standort in dem Ort diskutiert worden. Aus strukturpolitischen Erwägungen habe sich die damalige Landesregierung unter Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) jedoch für Gorleben entschieden.

Das Emsland habe sich seither bei der Lösung gesamtstaatlicher Probleme nicht vor der Verantwortung gedrückt, betonte Bröring. Als Beispiele nannte er die Entsorgung verstrahlter Molke nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und den Bau des Kernkraftwerkes mit dem bundesweit ersten Zwischenlager in Lingen.

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