"Nice-Day-Index"

Wetterderivate: Golfclub versichert sich gegen Regen

Der Golf Club Gut Apeldör in der Nähe von Hamburg hat nichts mehr gegen Regen. Hat ihm ein Regentag in der Vergangenheit ein vierstelliges Loch in die Kasse gerissen, bekommt er jetzt eine Ausgleichzahlung aus dem "Nice-Day-Index". Dieses WetterDerivat haben die Manager zusammen mit Hans Esser von FinanzTrainer.com abgeschlossen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Es regnet Bindfäden im Golf Club Gut Apeldör in Hennstedt, 110 Kilometer nördlich von Hamburg. Die Golfanlage ist entsprechend verwaist und die Geschäftsführer des Golfclubs Dieter Worms und Ulrich Wöhler freuen sich über einen ruhigen Arbeitstag. Normalerweise hätten sie jetzt Kopfschmerzen über die ihnen bei diesem schlechtem Wetter entgehenden Einnahmen aus den Greenfees. Denn die Erfahrung zeigt, dass ein einziger Regentag bereits ein vierstelliges Euro-Loch in die Tageskasse des Golfclubs reißt. Doch ab diesem Jahr ist alles anders. Zusammen mit den WetterRisikoExperten von FinanzTrainer.com hat das Management eine Absicherungsstrategie gegen "schlechtes Golfwetter" entwickelt und sich mit einem WetterDerivat dagegen abgesichert. Name: "Nice-Day-Index".

Ausgleichszahlung bei Regen

"Durchschnittlich gibt es in der Absicherungsperiode vom 1. Mai bis 30. September 102 Tage, die sich vom Wetter her fürs Golfen eignen", erläutert Hans Esser, Inhaber von FinanzTrainer.com. Für diese Erkenntis wurden die Wetterdaten der letzten 30 Jahren analysiert. Dabei gab es schon mal 19 "Nice-Day"-Tage mehr im Jahr, aber durch den verregneten September im vergangenen Jahr waren es beispielsweise 17 Tage weniger. Nun erhält der Golfclub bei "schlechtem Wetter" eine entsprechende Ausgleichszahlung aus diesem Absicherungsgeschäft von einer französischen Großbank. Gegen eine Prämienzahlung, die mit einer Versicherungsprämie vergleichbar ist, hat sie das WetterRisiko übernommen. Und sollte es am Wochenende regnen, erhalten die Betreiber sogar den doppelten Betrag.

WetterDerivate: Aufklärung ist gefragt

"Wetter ist jetzt versicherbar: Temperatur, Regen und Wind sind kein Problem mehr. Aber viele Unternehmen wissen leider noch immer nicht, dass so etwas möglich ist. WetterRisikoManagement ist natürlich nicht nur für Golfclubs interessant, sondern lässt sich problemlos auf zahlreiche andere Branchen, etwa Energieversorger, übertragen", erläutert Hans Esser. Derzeit plant er die 3. Auflage seines erfolgreichen Workshops "WetterRisikoManagement mit WetterDerivaten". Dieser soll am 13. Juni in Düsseldorf stattfinden. Zu den Themen gehören WetterRisiko & WetterDerivate, Anwendungen & Absicherungen, Pricing & Bewertung und Recht & Aufsicht.