Datensammelei

Wettbewerbszentrale warnt vor irreführender "Energie-Umfrage"

In den vergangenen Tagen hatten viele Verbraucher Postkarten erhalten, die zunächst aussahen wie eine Umfrage seitens der Energiewirtschaft. Doch es handelte sich vielmehr um eine Datenerhebung für eine Kaffeefahrt. Die Verantwortlichen verstecken sich hinter einer Postfach-Adresse.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Bad Homburg (red) - Die Wettbewerbszentrale warnt vor einer "Energie-Umfrage", die die "Info"- oder auch "Gewinnzentrale" mit Postfach-Anschrift in Lohne veranstaltete. Diese ließ Verbrauchern Postkarten zukommen, auf denen unter der Überschrift "Ihre Meinung ist uns wichtig!" die Frage "Sind die Energiepreise zu hoch?" durch das Ankreuzen von "Ja" oder "Nein" beantwortet werden konnte. Daneben konnte ein Worträtsel zum Thema Energie gelöst werden. Schließlich war für die Teilnahme an der Umfrage die Bekanntgabe der persönlichen Daten erforderlich.

Mehrere Unternehmen aus der Energiewirtschaft hatten sich bei der Wettbewerbszentrale beschwert, weil die Teilnahmekarte für die "Energie-Umfrage" suggeriert, die Umfrage werde von Energiewirtschaftsunternehmen veranstaltet. Außerdem hatten sich bereits Verbraucher bei den Unternehmen nach Gewinnen erkundigt. Tatsächlich stehen die Energieversorgungsunternehmen in keinem Zusammenhang mit der Umfrage, so dass das Erscheinungsbild der Teilnahmekarte irreführend ist.

Nach Recherchen der Wettbewerbszentrale werden die mittels der "Energie-Umfrage" erhobenen persönlichen Daten der Verbraucher für die Vorbereitung von Kaffeefahrten erhoben. Die Umfrage-Teilnehmer erhalten eine "Offizielle Gewinnbenachrichtigung" und werden zur Gewinnübergabe-Veranstaltung eingeladen – Abholung mit Reisebus und Promotion-Show inklusive.

"Diese Masche zu Lasten von Energiewirtschaft und Verbrauchern könnte unproblematisch mit wettbewerbsrechtlichen Mitteln unterbunden werden", so Peter Brammen, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale im Hamburger Büro. "Die Crux an der Sache ist aber, dass die Initiatoren sich hinter einer Postfach-Adresse verstecken. Offensichtlich wurden bei der Einrichtung des Postfaches Fantasienamen und eine Anschrift verwendet, unter der die Verantwortlichen nicht erreichbar sind."