Wählervotum II

Westerwelle deutet neue FDP-Position zur Atomkraft an

FDP-Chef Guido Westerwelle stellt nach den schweren Niederlagen seiner Partei bei den Landtagswahlen vom Sonntag eine neue Position der FDP bei der Atompolitik in Aussicht. Zuvor hatte es am Wochenende in mehreren Großstädten die größten Anti-Atom-Demos seit Jahrzehnten gegeben.

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Berlin (dapd/red) - "Es war eine Abstimmung über die Zukunft der Atomkraft. Wir haben verstanden", kommentierte Westerwelle am Sonntag in Berlin den Ausgang der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Es sei daher ein Ergebnis, das nicht nur in den Ländern, sondern auch in Berlin genau besprochen werden müsse.

Westerwelle sagte weiter, er sei vom Ausgang der Wahlen "sehr enttäuscht". "Das ist ein schwerer Abend für uns Liberale", fügte er hinzu.

Bei der bislang größten Demonstration in diesem Jahr haben in Berlin am Samstag über 100.000 Menschen einen Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Die Veranstalter sprachen von 120.000 Teilnehmern. Nach Angaben eines Berliner Polizeisprechers verlief die Veranstaltung bis zum Nachmittag "absolut friedlich".

Bundesweit gingen 250.000 Menschen auf die Straße, um nach der nuklearen Katastrophe in Japan gegen Atomkraft zu protestieren. In Hamburg gingen 50.000 Menschen und in Köln 40.000 Menschen auf die Straße, wie BUND-Atomexperte Thorben Becker auf dapd-Anfrage sagte. Rund 40.000 Teilnehmer zählten die Veranstalter trotz Regens in München.