Jubiläum

Wesertal feiert 90-jähriges Bestehen

Die Mitarbeiter der Elektrizitätswerk Wesertal GmbH feiern vermutlich gerade, denn anlässlich des 90-jährigen Bestehens wird heute ein Betriebsfest veranstaltet. Als die Landkreise Hameln, Schaumburg und Holzminden zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Initiative zur Gründung ergriffen, konnte keiner ahnen, dass das Unternehmen im Jahr 2002 zu E.ON gehören wird.

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Der Hamelner Energieversorger Wesertal feiert heute sein 90-jähriges Bestehen: Am 27. Juni 1912 wurde der heimische Energieversorger als "Electricitätswerk Wesertal" gegründet. Auf besondere Feierlichkeiten und eine Festschrift zu diesem Anlass wird aber verzichtet: Stattdessen hat die Geschäftsführung für alle Mitarbeiter als Dankeschön für ihren Einsatz ein Betriebsfest veranstaltet.

Ein Auszug aus der Geschichte: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ergriffen die Landkreise Hameln, Grafschaft Schaumburg und Holzminden die Initiative zur Gründung des "Electricitätswerks Wesertal". Als Investor trat die "Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft" (ELG) aus Berlin auf, eine Tochtergesellschaft der AEG. Im Sommer 1912 erhielt die ELG den Auftrag zum Bau und zum Betrieb des Kraftwerks. Im gleichen Jahr schlossen die drei Kreise Verträge mit der ELG zur Stromversorgung ihrer Gebiete ab. Noch bevor das neue Kohle-Kraftwerk im Herbst 1913 fertig gestellt war, setzte die ELG zunächst auf eine gepachtete Wasserkraftanlage. Doch da die Turbine schon bei "geringem Hochwasser" ausfiel, stellte man zur Ergänzung eine so genannte "50 PS Lokomobile" auf - eine bewegliche Dampfmaschine.

Die Auswirkungen des ersten Weltkriegs führten 1919 zur erneuten Gründung des Elektrizitätswerks: Der ELG fehlte aufgrund der drastisch verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Kapital, um das Leitungsnetz weiter auszubauen, und bot daher den Gebietskörperschaften das Kraftwerk zum Verkauf an. Am 18. September 1919 gründeten der Freistaat Lippe und die drei Kreise Hameln, Schaumburg und Holzminden die "Elektrizitätswerk Wesertal GmbH". Als gemeinnützige Unternehmensziele formulierten sie eine Steigerung des Stromabsatzes zu verbraucherfreundlichen Preisen und die Schaffung einer einheitlichen, regional ausgerichteten Energieversorgung. 1920 stieg Wesertal auch in die Gasversorgung ein und erwarb ein Gaswerk in Rodenberg, das bereits die Ortschaften Rodenberg, Gr. Nenndorf und Kl. Nenndorf belieferte.

Die Gegenwart: Seit dem 10. Juni 2002 gehört die Elektrizitätswerk Wesertal GmbH zur E.ON Energie AG.