Rechtssicherheit in Gefahr

Wenn Verdunster an ihre Grenzen stoßen

In einer neuen Broschüre weist die Techem AG darauf hin, dass alte Heizkostenverteiler (Verdunster) möglichst zuügig ausgetauscht werden sollten, da nachträgliche Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs ihre Wirksamkeit beeinflussen. Die alten Verdunster sollten durch neue Elektronik ersetzt werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Erstfassung der Heizkostenverordnung von 1981 gewährte den vielen Millionen bereits installierten Heizkostenverteilern - das waren ausschließlich Verdunster - noch Bestandsschutz. In der novellierten Fassung von 1984 wurde er eingegrenzt. Seither, so sagt das Gesetz, müssen die Ausstattungen "für das jeweilige Heizsystem geeignet sein und so angebracht werden, dass ihre technisch einwandfreie Funktion gewährleistet ist".

Was kann die Eignung dieser Alt-Verdunster beeinträchtigen? Dies sind laut Techem in erster Linie nachträgliche Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs (bessere Dämmung, moderne Kessel, Niedertemperaturheizung). Aber auch der Heizbetrieb mit den heute obligatorischen Thermostatventilen macht den Alt-Verdunstern Probleme. Sie wurden früher in einer für die heutige Betriebsweise ungeeigneten Höhe am Heizkörper montiert.

Alles in allem führen die Änderungen dazu, dass die Heizkörper in den meisten Fällen heute mit sehr viel niedrigeren Temperaturen betrieben werden. Dafür sind die alten Heizkostenverteiler nicht geschaffen. Sie sind für den Einsatz in Heizsystemen mit einer mittleren Auslegungs-Heiztemperatur unterhalb von 60 Grad nicht mehr geeignet (DIN EN 835). Aber nicht nur, dass die alten Geräte in sanierten Gebäuden nicht mehr optimal registrieren - sie registrieren wegen der deutlich gesunkenen Betriebstemperaturen auch viel weniger. Das führt auf Grund der aktuellen, hohen Energiepreise von beispielsweise 45 Cent für einen Liter Heizöl dazu, dass der so genannte Strichpreis (Euro/Strich) in der Heizkostenabrechnung Größenordnungen von zehn und mehr Euro erreicht.

Gut 20 Jahre nach Inkrafttreten der Heizkostenverordnung gibt es kaum noch ein Gebäude, in dem die Zeit energetisch stehen geblieben ist. Viel wurde inzwischen getan, um den Heizenergieverbrauch dauerhaft zu senken. Letzte gesetzgeberische Maßnahme war 2002 die Energieeinsparverordnung. Rainer Teubner, Produktmanager bei der Eschborner Techem AG: "Viele Gebäudebesitzer haben bei Modernisierungs- und Energieeinsparungsmaßnahmen die richtigen Konsequenzen gezogen, die alten Verdunster durch moderne Elektronik ersetzt und damit für rechtssichere Abrechnungen gesorgt - viele, aber längst nicht alle. Handlungsbedarf ist also noch da."

Weitere Informationen gibt daher die Broschüre "Heizkosten rechtssicher abrechnen" aus dem Hause Techem. Sie kann unter www.techem.de/Dialog/Prospekte bestellt werden.