Strom-Ausfall

Wenn die Solaranlage keinen Strom mehr liefert

Hersteller von Photovoltaik-Anlagen versprechen oft eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren. Da staunen Besitzer einer Solaranlage nicht schlecht, wenn die Stromproduktion der Anlage nach nur einigen Jahren nachlässt oder die Module ganz den Dienst einstellen. Ärger mit Herstellern und Einnahmeausfälle sind die Folge.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Linden (red) - Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Besitzern einer Solaranlage eine Vergütung für den Solarstrom, den sie ins Stromnetz einspeisen. Damit soll sich die Solaranlage langfristig bezahlt machen und nach einigen Jahren Gewinne abwerfen. Doch was, wenn die Solardächer weniger Strom produzieren als erwartet?

Solaranlage produziert keinen Strom mehr

Dem ARD-Magazin plusminus liegen mehrere Fälle vor, bei denen die Leistung von Photovoltaikanlagen stark nachließ oder die Anlage sogar keinen Strom mehr produzierte. So habe beispielsweise eine nur sieben Jahre alte Solaranlage zwischenzeitlich monatelang keinen Strom geliefert, nachdem die Leistung zuvor ohnehin schon nachgelassen hat.

Die 80.000 Euro teure Anlage sollte sich mit den Erträgen aus der Stromeinspeisung nach zehn Jahren bezahlt machen, danach wollte sich das Ehepaar seine Rente aufbessern. Der Kredit für die Anlage muss natürlich trotz der Produktionsausfälle weiterhin bezahlt werden. Auch wenn der Hersteller der Solarmodule Ersatz bietet, entsteht den Besitzern durch Montagekosten sowie entgangene Erträge und Zinsen ein Schaden von mehreren Tausend Euro.

Solarmodul-Besitzer bleiben auf Kosten sitzen

Liefert die Anlage nach einigen Jahren nicht mehr so viel Strom wie zu Beginn, geht der Ärger los, weiß Eberhard Gawehn, Sachverständige für Photovoltaikanlagen. Bis der Fehler gefunden ist, können zwei oder drei Jahre vergehen. Einige Hersteller schreiben sogar in ihren AGBs, dass es in ihrem eigenen Ermessen liege, ob die Anlage ersetzen werden muss oder nicht. Doch auch bei Ersatz schließen einige Hersteller die Kosten für Montage und Transport von der Gewährleistung aus.

Sicherlich dürfen viele Solaranlagen problemlos 20 Jahre oder länger laufen, so plusminus. Dennoch könnte es in Einzelfällen zu Produktionsausfällen kommen. Gerade bei Dünnschichtmodulen, bei denen die Branche erst 4 bis 5 Jahren Erfahrung in großen Maßstab hat, konnte eine so lange Lebensdauer noch garnicht seriös getestet werden, meint auch Klaus Kiefer vom Fraunhofer ISE.

Banken kennen gute und schlechte Solar-Hersteller

Wie plusminus weiter berichtet, kennen die Banken die Risiken von Solarmodulen. Der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie zufolge arbeiten einige Banken mit schwarzen und weißen Listen, so werden einige Solarmodule finanziert, während für die Solaranlagen der "schwarzen Schafe" keine Kredite vergeben werden. Endkunden bekommen diese Listen allerdings nicht zu gesicht.

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