szmtag
05.02.2009, 10:30 Uhr

Strom-News

Finanzkrise

Weniger Investitionen in Kraftwerke – höhere Strompreise

Die Finanz- und Wirtschaftskrise belastet die Investitionsbereitschaft in europäische Kraftwerksprojekte, wie eine A.T. Kearney-Studie zeigt. Dies bekomme auch der Endverbraucher zu spüren: Nach Ansicht der Unternehmensberatung werden die Strompreise mittelfristig um "mindestens 50 Prozent" steigen.

Düsseldorf / Berlin (sm) - Die Finanzkrise werde "zu großen strukturellen Veränderungen in der Energiewirtschaft führen", sagte Florian Haslauer von A.T. Kearney. Die Kreditkonditionen für Energieunternehmen haben sich verschlechtert, was zu einer " deutlich sinkenden Attraktivität von Kraftwerksinvestitionen und zu einem verstärkten Anreiz, alte abgeschriebene Kraftwerke länger zu betreiben" führe.

Strommast

Pro Jahr 30 bis 35 Milliarden Euro nötig

Bei dem langfristig steigenden Stromverbrauch seien jährliche Investitionen von 30 bis 35 Milliarden Euro in den europäischen Kraftwerkspark nötig. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen werden die jährlichen Investitionen im Jahr 2009 und 2010 aber um rund 10 Milliarden Euro pro Jahr geringer ausfallen, was die Überalterung des europäischen Kraftwerksparks noch weiter verstärken werde.

Dies wird bei einem gleichzeitig starken Anstieg des Stromverbrauchs und wieder steigenden Rohstoffpreisen in der Aufschwungsphase die Strompreise gegenüber dem aktuellen Niveau an den Großhandelsmärkten um mindestens 50 Prozent nach oben treiben, so A.T. Kearney.

Erneuerbare besonders stark betroffen

Insbesondere der Ausbau erneuerbarer Energien ist der Studie zufolge von den Investitionsrückgängen betroffen. Die Initiatoren von Projekten wie Offshore-Windkraftanlagen sind meist noch viel stärker auf Fremdkapital angewiesen als die großen Energieunternehmen. Hinzu kommt die Kostenstruktur der erneuerbaren Energien, bei denen Kapitalkosten den wesentlichen Kostenblock ausmachen.

Das Erreichen der EU-Klimaziele und des Ausbaus erneuerbarer Energien bis sei damit gefährdet. Es sei damit noch wichtiger, langfristig klare Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu schaffen.

© 2001-2012 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Weniger Investitionen in Kraftwerke – höhere Strompreise

"
  • EU plant Millionenhilfen für deutsche Wind- und Kohleprojekte (Upd.)
    Windenergie EU Die Europäische Kommission will moderne Wind- und Kohleanlagen in Deutschland mit Millionenbeträgen fördern. Die Hilfen sind Teil eines fünf Milliarden Euro schweren Pakets, das die Kommission heute in Brüssel vorstellte. Damit soll Europa unabhängiger von Energieimporten werden.
  • VEA: Hohe Strompreise belasten Mittelstand zusätzlich
    Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) Zum Jahresbeginn 2009 muss sich die deutsche Wirtschaft auf höhere Stromkosten einstellen. Der aktuelle Preisvergleich des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA) weist eine durchschnittliche Erhöhung der Preise um 7 Prozent im Vergleich zum Januar 2008 aus.
  • Vattenfall will Strompreise 2009 nicht erhöhen
    Vattenfall Der Stromversorger Vattenfall plant für 2009 keine Erhöhung der Strompreise. Die Preise für private Haushalte sowie Gewerbekunden in Berlin und Hamburg bleiben stabil, wie das Unternehmen am Montag in Berlin ankündigte.
  • Jeder dritte Deutsche denkt an Stromanbieterwechsel
    Geld Jeder dritte Stromkunde in Deutschland ist dazu bereit, seinen Stromversorger zu wechseln, wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht. Demnach wollen 20 Prozent noch in den nächsten 12 Monaten ihrem alten Anbieter den Rücken kehren. Hauptgrund für den Wechsel sind hohe Strompreise.
  • Ausbau erneuerbarer Energien bringt Milliarden-Investitionen
    Erneuerbare Energien Der Ausbau der regenerativen Stromerzeugung in Deutschland bringt nach Angaben des Bundesumweltministeriums erhebliche Investitionen mit sich. Einer Studie zufolge sollen bei der Umsetzung der aktuellen Ziele der Bundesregierung bis zum Jahr 2030 jährlich zwischen sechs und acht Milliarden Euro investiert werden. Die Kosten für die einzelnen Stromkunden hielten sich dabei in Grenzen.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>