Mit Verspätung

WEMAG: Erhöhung der Stromtarife genehmigt

Das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt die Erhöhung der Standardstromtarife des Regionalversorgers WEMAG genehmigt. Die neuen Preise, die bereits zum Jahresanfang 2006 beantragt waren, gelten ab 1. Oktober. Zum Jahresanfang kommt zudem die Mehrwertsteuererhöhung hinzu.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (red) - Die WEMAG hatte die Erhöhung der Stromstandardtarife bereits ab 1. Januar 2006 beim Wirtschaftsministerium beantragt. Das Ministerium hatte die Anträge des Regionalversor­gers und der 19 Stadtwerke in Mecklenburg-Vorpommern zunächst nicht genehmigt, sondern sich mit den Versorgern verständigt, sie bis zur Bekanntgabe der Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur ruhen zu lassen. "Den Verbrauchern blie­ben damit zu Jahresbeginn beantragte Kosten­stei­ger­un­gen zwi­schen fünf und 15 Prozent erspart", sagte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet am Freitag in Schwerin.

Inzwischen hat die Bundesnetzagentur die Netznutzungsentgelte der WEMAG um 14 Prozent gekürzt (von 9,21 Cent pro Kilowattstunde auf 7,93 Cent pro Kilowattstunde bei einem jährlichen Verbrauch von 2500 Kilowattsunden). Damit stehe der letzte Kostenblock in der Tarifkalkulation der WEMAG fest, so das Wirtschaftsministerium. Daher wurde nun, wie mit der WEMAG im Februar 2006 verabredet, der Antrag unter Aufla­gen genehmigt. Bei der Preiskalkulation hatte das Wirtschaftsministerium den Angaben zufolge berücksichtigt, dass die Strombezugskosten im Jahr 2006 und für 2007 stark ge­stiegen sind. Allein in den vergangenen 12 Mo­naten habe der durchschnittliche Preis an der Leipziger Strom­börse um rund 40 Prozent angezogen. Den stark gestiegenen Strombezugskosten der Jahre 2006 und 2007 stünden die von der Bundesnetzagentur bekannt ge­gebene Netzentgeltabsen­kung gegenüber.

Die letzte Preiserhöhung hatte am 1. Januar 2005 stattgefun­den. Die WEMAG hat angekündigt, die ab Oktober geltenden Preise bis Ende 2007 stabil zu halten und nur die vom Bund beschlossene Mehrwertsteuererhöhung weiterzugeben.

Die Preisaufsicht des Landes Brandenburg hatte dem Regio­nalversorger E.ON edis, der auch weite Teile des Landes Mecklenburg-Vorpommern versorgt, bereits im Januar 2006 eine Tariferhöhung von rund 8 Prozent (1,41 Cent pro Kilowattstunde) zugestan­den. E.ON edis hat nunmehr eine weitere Tariferhöhung 2007 von etwa 7,6 Prozent (1,5 Cent pro Kilowattstunde) beantragt. Die Preisaufsicht Mecklen­burg-Vorpommern hat dem Brandenburger Wirt­schaftsminis­terium empfohlen, angesichts der auch bei der E.ON edis zu erwartenden Netzentgeltabsenkung die Erhö­hung abzuleh­nen.

Das Wirtschaftsministerium strebt dem Vernehmen nach eine Einigung mit den Stadtwerken an, die sich an der Erhöhung der WEMAG ausrichtet. "Dazu werden wir mit den Stadtwerken Anfang Oktober Gespräche führen", sagte Ebnet. Für die 19 Stadtwerke steht die Genehmigung der Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur bevor.

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