Internationale Ausrichtung

Weltrat für Erneuerbare Energien in Berlin gegründet

Die Berliner Konferenz über Technologietransfer für Erneuerbare Energien hat einen Weltrat für erneuerbare Energien gegründet und fordert die Einrichtung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Auf der dreitägigen Konferenz zur Förderung des globalen Technologietransfers für Erneuerbare Energien, die am vergangenen Wochenende auf dem Berliner Messegelände mit über 400 Teilnehmern erfolgreich durchgeführt wurde, ist auch der "World Council for Renewable Energies" (Weltrat für Erneuerbare Energien) gegründet worden. Dieser Weltrat hat die Funktion eines unabhängigen globalen Netzwerks von Nicht-Regierungsorganisationen auf den Gebieten der Erneuerbaren Energien, des Umweltschutzes und der Entwicklungshilfe. Auch Unternehmen und wissenschaftliche Institute im Bereich der Erneuerbaren Energien sind daran beteiligt.

Der Weltrat soll den erneuerbaren Energien in der globalen Energiediskussion eine eigenständige Stimme geben, da der bestehende Welt-Energie-Rat (World Energy Council) zu sehr von den Belangen der atomaren und fossilen Energiewirtschaft geprägt sei, heißt es von Seiten der Initiatoren. Der Weltrat für Erneuerbare Energien wird von einem fünfköpfigen Komitee geleitet, die Mitglieder stammen aus allen fünf Kontinenten. Vorsitzende wurden der Mauretanier Ahmedou Ould Abdallah (Generalsekretär der Global Coalition for Africa), der indische Windkraft- und Solaranlagenunternehmer Rakesh Bakshi, der australische Architekturprofessor Peter Droege (Universität Sydney), der Amerikaner Michael Eckhart (Initiator der Solar-Bank in Washington) und der deutsche Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer (Präsident von EUROSOLAR). Der Weltrat für Erneuerbare Energien wird regelmäßig ein Weltjahrbuch für Erneuerbare Energien herausgeben und alle zwei Jahre eine Weltkonferenz über Erneuerbare Energien veranstalten. Hierzu erörterte die Berliner Konferenz die Aufgabenstellung und Arbeitsweise einer solchen Agentur.

Ein weiteres Hauptthema der dreitägigen Konferenz zur Förderung des globalen Technologietransfers für Erneuerbare Energien war auch die geforderte Einrichtung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), die von Regierungen gegründet und finanziert werden soll. Es sei nicht länger akzeptabel, dass es mit der Internationalen Atomenergie-Agentur eine mit mehreren hundert Millionen Mark ausgestattete Behörde für den atomaren Technologietransfer in Entwicklungsländern gibt, aber keine vergleichbare Institution für Erneuerbare Energien, sagte ein Teilnehmer.