Halbzeit auf Bali

Weltklimagipfel: Deutschland zieht positive Zwischenbilanz

Der deutsche Delegationsleiter auf Bali, Karsten Sach, hat nach der ersten Verhandlungswoche des Weltklimagipfels eine verhalten positive Zwischenbilanz gezogen. Die erste Konferenzwoche sei "von konstruktiven Beratungen geprägt" gewesen, wie er am Freitag sagte. SPD-Chef Beck fordert derweil eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz.

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Bali/Berlin (ddp/sm) - Der Beitritt Australiens zum Kyoto-Protokoll unmittelbar vor Beginn der Konferenz habe den Verhandlungen einen positiven Impuls gegeben. Die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen zum Klimaschutz werde offenbar weltweit anerkannt, so Sach. Als positives Zeichen zu werten sei auch die Haltung Chinas. Das Land habe zum ersten Mal Verhandlungen über zusätzliche eigene Verpflichtungen anerkannt. Zugleich habe China einen verstärkten Technologietransfer durch die Industrieländer eingefordert.

Sach zeigte sich zuversichtlich, dass das Ziel der Bali-Konferenz, ein Mandat für Verhandlungen zu einem neuen Klimaschutzabkommen in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls, erreicht werden könne. Ziel ist, das neue Abkommen 2009 zu verabschieden, damit es 2013 in Kraft treten kann. Die EU strebt einen ehrgeizigen Nachfolgevertrag an, mit dem Ziel, die Emissionen der Industriestaaten bis 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber dem internationalen Basisjahr 1990 zu begrenzen.

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck machte sich derweil für eine deutsche Vorreiterrolle beim Klimaschutz stark. Man werde das Klima "nicht allein in Deutschland retten können", doch sei dies "kein Grund, auf andere zu warten". Weiter sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident: "Wer international Verzicht predigt und im eigenen Land nichts tut, handelt unglaubwürdig und hilft dem Klima nicht." Klimaschutz gelinge nur mit einem "weltweiten Umschalten auf Effizienz und erneuerbare Energien". Das sei auch eine Chance für die deutsche Wirtschaft, mit innovativen Produkten neue Märkte zu gewinnen.