Sparpläne

Weltgrößter Windanlagenbauer streicht massiv Jobs (Upd.)

Der von Auftragsschwund bedrohte dänische Windturbinenhersteller Vestas hat eine Bestandsgarantie für seine drei deutschen Produktionsstätten abgegeben. Allerdings könne es zu Stellenstreichungen kommen, so ein Unternehmenssprecher am Freitag.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Kopenhagen (dapd/red) - Keine der Fabriken in Lübeck, Magdeburg und im brandenburgischen Lauchhammer werde geschlossen, sagte Vestas-Sprecher Michael Holm am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.

Windkraft boomt eigentlich

Vestas hatte am Donnerstag die Entlassung von weltweit 2.335 Mitarbeitern angekündigt, davon 1.300 in Dänemark. Der größte Windkraft Anlagenbauer der Welt begründete den Sparplan mit einer durch die Finanzkrise ausgelösten schwachen Nachfrage. In den USA gefährde das Ende von Steuererleichterungen für erneuerbare Energien ab 2013 den Absatz, erklärte Vestas.

Vestas beschäftigt in Deutschland 1.800 Mitarbeiter. Insgesamt 450 Stellenverluste sind für Spanien, Italien, Deutschland und Schweden geplant. Genauere Angaben über Streichungen in Deutschland lehnte Holm ab. Zunächst spreche das Unternehmen mit den Mitarbeitern, sagte er.

Nahe Dresden ist der größte deutsche Standort

Das größte deutsche Werk mit 630 Jobs steht in Lauchhammer, 50 Kilometer nördlich von Dresden. Hier werden bis zu 55 Meter lange Rotorblätter hergestellt. In Magdeburg entstehen mit 110 Mitarbeitern Gußteile für Windkraft-Anlagen, in Lübeck bauen 450 Arbeiter und Ingenieure Generatoren.

Schon im vergangenen Jahr hatte Vestas weltweit 3.000 Mitarbeitern gekündigt. Nach dem Stellenabbau wird das Unternehmen noch rund 20.400 Mitarbeiter und 25 Fabriken haben. Die Entlassungen seien Teil eines Programms, um die Kosten um 150 Millionen Euro zu senken, teilte Vestas mit.