Strom-News
VerbraucherschützerDer Bundesverband der Verbraucherzentralen befürchtet für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Strompreise. Zu erwarten sei ein jährlicher Preisanstieg um jeweils zwei bis drei Prozent, sagte der Chef des Bundesverbandes, Gerd Billen, am Mittwoch in Mainz.
Mainz (dapd/red) - Die Politik müsse deshalb aufpassen, dass die Energiewende, die von den Verbrauchern zwar grundsätzlich unterstützt werde, für diese auch bezahlbar bleibe.
Konkret sprach sich Billen unter anderem für eine zügige Umsetzung der umstrittenen Kürzung der Solarförderung aus. Es dürfe nicht sein, dass die Verbraucher über ihre Stromrechnung die Solarbranche fördern müssten. Zudem appellierte Billen an die Bundesländer, ihren Widerstand im Bundesrat gegen Steuererleichterungen für die energetische Sanierung älterer Gebäude aufzugeben.
Weiter steigende Strompreise wird es auch infolge der Energiewende geben - aber nicht nur deshalb.
(Foto / Abb.: gourmecana / Fotolia.com)Der Chef des Bundesverbands hatte am Mittwoch gemeinsam mit der CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag über den Zusammenhang von Energiewende und Verbraucherschutz diskutiert. Die Oppositionsfraktion hat hierzu ein Positionspapier mit zwölf Forderungen verabschiedet. Dabei geht es neben Solarförderung und Gebäudesanierung unter anderem auch um den notwendigen Ausbau der Netze, eine Verbesserung der Verbraucherberatung und mehr Transparenz bei den Strompreisen.
Die Energiewende sei eine große Chance, sagte CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner. Man müsse aber ehrlich sein und dürfe den Menschen nicht erzählen, dass das alles kein Geld kosten werde. Sonst drohe die Akzeptanz für die Energiewende schnell in Frust umzuschlagen, mahnte Klöckner. Zugleich warf sie der rot-grünen Landesregierung vor, beim Thema Gebäudesanierung an der Spitze der Blockierer im Bundesrat zu stehen.
Billen forderte, die Länder dürfte sich bei der Gebäudesanierung "nicht aus der Verantwortung stehlen". Das Argument, dass die Länder die dadurch erwarteten Einnahmeverluste von insgesamt 800 Millionen Euro nicht alleine schultern könnten, ließ er nicht gelten. Zum einen hätten sie dieses Geld allein durch die infolge der gestiegenen Energiepreise höheren Steuereinnahmen längst drin. Zum anderen würde von einem Ankurbeln der Sanierung ja gerade das lokale Handwerk profitieren, das dann wieder mehr Steuern zahle.
Beim Thema Solar forderten Billen und Klöckner neben einer schnellen Kürzung der Förderung auch, dass die Höhe der finanziellen Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom ins Netz künftig von einer unabhängigen Behörde festgelegt werde. Bisher laufe das eher wie auf einem Basar, frei nach dem "Prinzip Selbstbedienung", kritisierte Billen.
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Viele Hartz-IV-Empfänger können ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen. Deshalb haben die Energieversorger im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Paritätischen Gesamtverbands rund 200.000 Langzeitarbeitslosen den Strom gesperrt. Das berichtet das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" in seiner Ausgabe vom Dienstag.
Bundesumweltminister Peter Altmaier will, dass Strom auch künftig bezahlbar bleibt. Menschen sollten nicht aus Preisgründen überlegen, ob sie die Beleuchtung anschalten, sondern aus Umweltschutzgründen. Zudem will der neue Umweltminister die Frage nach der Kürzung der Solarförderung noch vor der Sommerpause vom Tisch haben.
Die Energiewende bietet nach Ansicht von Wissenschaftlern große Chancen für Deutschland. "Angesichts unserer unglaublichen Innovationskraft birgt die sinnvolle Nutzung der erneuerbaren Energien ein Riesenpotenzial", sagte Joachim Knebel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Nachrichtenagentur dapd.
Sonne und Wind werden für die hiesige Stromerzeugung immer wichtiger. Die Menge des in die deutschen Netze eingespeisten Solarstroms stieg in den ersten vier Monaten 2012 im Schnitt um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag mitteilte.
Das Thema Energiearmut betrifft immer mehr Menschen; die stark steigenden Strompreise bringen arme Bundesbürger offenbar zunehmend in Bedrängnis. Bei 600.000 Haushalten und damit mehr als einer Million Menschen pro Jahr werde wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom abgestellt, so eine Umfrage.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!