Gegen den Ausstieg

Weitere Stimmen für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke

Auch die Energiewirtschaft macht immer stärker Front gegen den geplanten Ausstieg aus der Kernenergie. Der Chef des Windkraft-Unternehmens RePower, Fritz Vahrenholt, meldete erneut Bedenken an. Ein Ersatz durch erneuerbare Energien ist auch nach Ansicht der hessischen CDU vorerst nicht möglich.

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Berlin (ddp/sm) - Ein solcher Ausstieg sei ein "typisch deutscher Kurzschluss", sagte Vahrenholt auf einem Energie-Symposium des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Angesichts der beschränkten Möglichkeiten von regenerativen Energien und der anhaltenden Umweltverschmutzung von Kohlekraftwerken werde die Kernenergie als "Brücke in die Zukunft" gebraucht.

Nötig sei ein Nachdenken über die Weiterentwicklung der Kerntechnik, was aber nicht Atomenergie, sondern Kernfusion bedeute, betonte Vahrenholt. Denn auch Erdgas als Ersatz für wegfallende Atomenergie sei zu kurzfristig gedacht, da ein massenweiser Einsatz dieser Energiequelle die Preise nach oben treiben würde. Vor diesem Hintergrund appellierte Vahrenholt an die große Koalition, in die politische Debatte "Rationalität zurückkehren" zu lassen.

Der hessische CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg erteilte den gestern veröffentlichten SPD-Vorstellungen zu einem Landesenergieprogramm ohne Atomkraft eine Absage. "Der Wind weht nicht immer, und die Sonne scheint nicht immer. Es gibt kaum gleichmäßigere, sicherere und kostengünstigere Energiequellen als die Kernenergie", sagte Boddenberg. Wer die Kernkraftwerke vorzeitig abschalte, müsse zudem vermehrt fossile Energien einsetzen, dies führe zu einer höheren Umweltbelastung.