Brunsbüttel

Weitere rostige Atommüllfässer entdeckt

In Brunsbüttel wurden weitere Atommüllfässer gefunden, die Schäden aufweisen. Im Januar begann eine Untersuchung mit einer Spezialkamera, nachdem bereits zwei Jahre zuvor ein Leck entdeckt worden war. Insgesamt müssen sechs Kavernen untersucht werden.

Atommüll© Thomas Bethge / Fotolia.com

Kiel (dpa/red) - Im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel an der Elbe-Mündung sind weitere angerostete Atommüllfässer gefunden worden. Dies sei bei einer im Januar begonnenen Kamera-Inspektion des ersten von sechs unterirdischen Lagerräumen entdeckt worden, teilte das für die Atomaufsicht zuständige schleswig-holsteinische Umweltministerium am Dienstag in Kiel mit. "Die Kameraaufnahmen lassen erkennen, dass es in der Kaverne - wie von der Atomaufsicht erwartet - weitere Fässer mit Korrosionserscheinungen gibt", sagte eine Ministeriumssprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.

Erste Schäden vor zwei Jahren entdeckt

Insgesamt lagern 631 Stahlfässer mit radioaktiven Abfällen in sechs Kellerräumen des Kraftwerkes, den sogenannten Kavernen. Das erste durchgerostete Atommüll-Fass war bereits vor knapp zwei Jahren entdeckt worden. Der Betreiber Vattenfall sprach laut NDR davon, dass von den bereits überprüften siebzig Fässern "einige wenige" Auffälligkeiten im Sinne von Korrosion zeigten.

Update: 18 Fässer beschädigt

In einer der Kavernen sind 18 von 70 Fässern mit schwach radioaktivem Abfall von Rost befallen. Das gab Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch nach Abschluss von Kamera-Inspektionen in einem der sechs Kellerräume bekannt. Die Korrosionserscheinungen seien teils so stark, dass die Fasswand durchdrungen sei.

Nicht mehr transportsicher

In den mit dicken Betonriegeln verschlossenen Kavernen lagern insgesamt 631 Stahlfässer. Darin sind Verdampferkonzentrate, Filterharze und Mischabfälle aus dem Leistungsbetrieb des Reaktors enthalten. Umgebung und Umwelt seien nicht gefährdet, gab Habeck an. "Die Kavernen sind sicher." Ein Teil der Fässer sei aber nicht mehr sicher handhabbar. Die Atomaufsicht verständigte sich mit dem Betreiber Vattenfall darauf, für die stark korrodierten Fässer eine spezielle Bergungseinrichtung zu entwickeln. Diese soll es ermöglichen, sie zu transportieren, ohne dass radioaktive Stoffe frei werden.

Systematisches Problem

"Wir hatten die Befürchtung, dass weitere Fässer betroffen sind", sagte Habeck. "Jetzt wissen wir, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein systematisches Problem." Vattenfall erklärte, das Ergebnis der Inspektion liege im Rahmen der Erwartungen. Die Wände der Kaverne seien in gutem Zustand.

Quelle: DPA