Regulierung

Weitere Netzentgeltbescheide: Rechtsmittel angekündigt

Die Bundesnetzagentur hat weitere Netzentgeltgenehmigungen an Energieversorger im Gas- und Strombereich verteilt. Auch in diesen Fällen wurden Kürzungen angeordnet. Sie liegen zwischen fünf und 28 Prozent. Die betroffenen Statdwerke Mainz haben die Einlegung von Rechtsmitteln angekündigt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Im Gasbereich wurden die Gasnetzentgelte der Stadtwerke Mainz AG, Gasversorgung Süddeutschland GmbH, Saar Ferngas Transport GmbH und Ferngas Nordbayern GmbH genehmigt. Die Kürzungen betragen bei den Stadtwerke Mainz AG betrug rund 28 Prozent; bei der Gasversorgung Süddeutschland wurden gut 14 Prozent des von dem Unternehmen geltend gemachten Kostenblocks nicht anerkannt, bei der Saar Ferngas Transport kürzte die Bundesnetzagentur die beantragten Entgelte um rund fünf Prozent und bei der Ferngas Nordbayern waren rund 19 Prozent nicht anerkennungsfähig.

Die Genehmigungsbescheide haben nach Angaben der Regulierungsbehörde eine Laufzeit bis 31. März 2008.

Die Bundesnetzagentur hat zudem weiteren drei Regionalnetzbetreibern und weiteren zwei Stadtwerken die Stromnetzentgelte genehmigt. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2006 sind die Entgelte der RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH aus Wesel gekürzt worden. Die neuen, abgesenkten Entgelte beruhen auf einer Kürzung von gut 11 Prozent. RWE Rhein-Ruhr ist der größte regionale Netzbetreiber in Deutschland.

Ferner hat die Bundesnetzagentur die Entgelte der LEW Verteilnetz GmbH mit Sitz in Augsburg genehmigt. Die neuen Entgelte, die auf einer Kostenkürzung von gut 12 Prozent basieren, sind seit dem 1. Oktober 2006 gültig. Ebenfalls mit Wirkung zum 1. Oktober 2006 sind die Entgelte der envia Verteilnetz GmbH genehmigt worden. Das Kostenvolumen wurde um rund 12 Prozent gekürzt. Zum 1. November 2006 sind die Netzentgelte der WSW Netz GmbH aus Wuppertal genehmigt worden. Die Kostenkürzung beläuft sich auf rund 18 Prozent. Im Wege der so genannten Organleihe wurde zum 1. November 2006 eine weitere Stromnetzentgeltgenehmigung in Mecklenburg-Vorpommern erteilt. Der Stadtwerke Grevesmühlen GmbH wurden gut 6 Prozent der beantragten Kosten nicht genehmigt.

Alle Genehmigungen im Strombereich gelten bis 31. Dezember 2007.

Die Absenkungen ergeben sich aus der Überprüfung der aufwandsgleichen Kosten sowie der kalkulatorischen Ansätze des Sachanlagevermögens, des Umlaufvermögens und der Kapitalkosten der Unternehmen, so die Behörde.

Die Stadtwerke Mainz haben die Einlegung von Rechtsmitteln gegen den Bescheid angekündigt. "Die Kürzungen aus dem Bescheid würden die Stadtwerke Mainz mit Mindereinahmen in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro pro Jahr belasten", so Detlev Höhne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke.

Den Bescheid für die envia Verteilnetz kommentierte der Vorstandsvorsitzende des Mutterkonzerns enviaM Karl-Heinz Klawunn als "einen erheblichen Eingriff in unser Netzgeschäft". Den Umsatzrückgang liege danach bei den Netzentgelten im hohen zweistelligen Millionenbereich. enviaM kündigte an, die Senkung der Netzentgelte bei der Strompreiskalkulation zu berücksichtigen.

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