Regulierung

Weitere Kürzungen bei Stromnetzentgelten

Die Bundesnetzagentur hat weiteren sieben Regionalnetzbetreibern und einem Stadtwerk Stromnetzentgeltgenehmigungen erteilt. Die Behörde hatte dabei wieder eine Reihe von Kürzungen von drei bis 17 Prozent angeordnet, die in manchen Fällen auch zu einer Senkung des Strompreises führen können.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bonn (red) - Mit Wirkung zum 1. September wurden Kürzungen bei der E.ON Edis AG von rund 14 Prozent, E.ON Westfalen Weser AG um gut 12 Prozent gekürzt und der Gemeinschaftskraftwerk Veltheim GmbH von rund drei Prozent angeordnet. Letztere betreibt das vorgelagerte Netz für die E.ON Westfalen Weser AG und die Stadtwerke Bielefeld GmbH.

Zwei weitere Genehmigungen betreffen die E.ON Avacon AG, Braunschweig, die Netzbereiche in Teilen von Sachsen Anhalt und Niedersachsen betreibt. Die den Netzentgelten zugrunde liegenden Kosten des Netzbetriebs sind in Sachsen Anhalt um gut fünf Prozent und in Niedersachsen um gut 13 Prozent gesenkt worden. Die neuen Entgelte gelten im Netzgebiet Sachsen-Anhalt mit Wirkung zum 1. September 2006 und im Netzgebiet Niedersachsen mit Wirkung zum 15. September 2006.

Der HSN Magdeburg GmbH, die als vorgelagerter Netzbetreiber die Hochspannungsnetze im Bereich der Stadt Magdeburg und in nördlichen Teilen von Sachsen-Anhalt betreibt, wurden die Entgelte ebenfalls auf einer gekürzten Kostenbasis genehmigt. Hier wurde das Kostenvolumen um rund neun Prozent gekürzt. Die neuen, abgesenkten Entgelte gelten seit dem 1. September 2006.

Zum 1. Oktober 2006 wurden die Netzentgelte der WEMAG AG, einem regionalen Energieversorgungsunternehmen in Mecklenburg und der Westprignitz mit Sitz in Schwerin, um rund zehn Prozent gekürzt. Zum gleichen Datum wurden die Netzkosten der E.ON Bayern AG, einem der größten regionalen Energiedienstleister, um gut 12 Prozent und der Stadtwerke Kiel Netz GmbH um rund 17 Prozent gekürzt.

Die Kürzungen beruhen auf den Prüfungsschwerpunkten der Bundesnetzagentur. Sie betreffen schwerpunktmäßig die kalkulatorische Bewertung des Sachanlagevermögens und die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung.

Diese Kostenkürzungen führen in aller Regel zur Absenkung der Netzentgelte, die aber in den einzelnen Netzbereichen und je nach Nachfragestruktur der Kunden unterschiedlich hoch ausfallen, so die Behörde. Die neuen Netzentgelte sind in den Rechnungen an die Letztverbraucher gesondert auszuweisen.

In einer Reaktion auf den Bescheid sagte ein Sprecher von E.ON Bayern, dass die Senkung in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werde, sich aber je nach Kundengruppe unterschiedlich auswirke. Er verwies allerdings darauf, dass bei den Haushaltskunden die Senkung Bestandteil einer mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium als Preisaufsichtsbehörde getroffenen Vereinbarung sei, nach der die Netto-Strompreise für Privatkunden bis Ende 2007 stabil bleiben. Die Bundesnetzagentur wurde seitens des Wirtschaftsministeriums über die Vereinbarung in Kenntnis gesetzt.

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