Anstieg

Weitere Gasversorger erhöhen Preise [Upd.]

Mit dem Beginn der Heizsaison haben weitere Gasversorger Preiserhöhungen zum 1. Oktober angekündigt. So steigen die Preise beim Dresdner Energieversorger Drewag, den Hertener Stadtwerken, der enwag in Wetzlar und der Gasversorgung Offenbach (GVO).

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Wetzlar (red) - Bei der Drewag werden ab 1. Oktober 0,11 Cent pro Kilowattstunde mehr verlangt als bisher, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Dies entspreche einem Anstieg um rund zwei Prozent. Zuletzt hatte die Drewag, die nach eigenen Angaben etwa 55 000 Kunden mit Erdgas versorgt, im Juni den Preis gesenkt.

Davor war es zum Januar und zum April 2006 zu Preiserhöhungen von zusammen knapp einem Cent pro Kilowattstunde gekommen. Für das erste Quartal 2007 stellte das Unternehmen indes eine Preissenkung in Aussicht. Dann könnten sich die derzeit fallenden Ölpreise auf die Entwicklung beim Erdgas auswirken. Derzeit koste die Kilowattstunde Erdgas rund sechs Cent.

Zum gleichen Termin erhöhen die Hertener Stadtwerke den Netto-Arbeitspreis um 0,15 Cent pro Kilowattstunde. Das entspreche einer Preisanhebung von 2,6 Prozent, so die Stadtwerke. Für einen gasbeheizten Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet dies eine monatliche Mehrbelastung von 2,90 Euro.

Auch die Wetzlarer enwag und ihre Tochtergesellschaft, die Gasversorgung Lahn-Dill GmbH, heben den Erdgaspreis an. In der Vollversorgung, dem Bereich mit dem größten Kundenanteil, werde der Arbeitspreis zum 1. Oktober um 0,55 Cent pro Kilowattstunde auf 4,95 Cent pro Kilowattstunde ansteigen, Grundpreise würden nicht verändert. Die Erhöhung bedeutet Unternehmensberechnungen zufolge für einen durchschnittlichen Haushalt mit etwa 25.000 Kilowattstunden Erdgasverbrauch eine monatliche Mehrbelastung von etwa 11,45 Euro netto.

Die Gasversorgung Offenbach GmbH (GVO), eine Tochter der EVO, erhöht ihren Preis für das Erdgas. Der Preis für eine Kilowattstunde steigt zum 1. Oktober um 0,41 Cent je Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer, so das Unternehmen. Dies entspreche einem Plus von 7,1 Prozent. Die seit dem Jahr 1996 geltenden Grundpreise bleiben nach Angaben des Unternehmens für alle Kunden unverändert.

Für ein Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 25.000 Kilowattstunden zahlen GVO-Kunden künftig rund hundert Euro mehr im Jahr. Letztmals hatte die GVO den Preis im April 2006 um 4,8 Prozent erhöht.

Alle Gasversorger begründen ihren Schritt mit gestiegenen Beschaffungskosten. Die Unternehmen versichern, es würden lediglich die Einkaufserhöhungen weitergegeben. Der Bund der Energieverbraucher rät, wie in der Vergangenheit, der Preiserhöhung zu widersprechen.

Die Branche der Erneuerbaren Energien forderte die Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen für das Heizen mit Sonnen- und Erdwärme sowie Holz zu verbessern. "Erneuerbare Energien sind eine Versicherung vor weiteren Heizkostensteigerungen", sagte Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie gestern auf einer Pressekonferenz. "Wenn die Bundesregierung möglichst viele Bundesbürger vor explodierenden Heizkosten schützen will, dann muss sie ihnen bei der Anschaffung solcher Anlagen helfen", sagte Nitzschke. Das bisherige Förderinstrument - das Marktanreizprogramm - habe sich als dazu ungeeignet erwiesen. "Das mit 180 Millionen Euro ausgestattet Marktanreizprogramm musste in diesem Jahr nach nicht einmal fünf Monaten eingestellt werden, weil die Mittel aufgebraucht waren. Bis zu 100.000 Förderanträge konnten nicht mehr bearbeitet werden", so Nitzschke.

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