UBA-Papier

Weitere Details aus der zurückgehaltenen Studie zum Atomausstieg

Die laut Medienberichten von Umweltminister Röttgen zurückgehaltene Studie des Umweltbundesamtes kommt zu dem Schluss, dass Strom bei einem schnellen Atomausstieg nur geringfügig teurer würde. Auch mit anderen Argumenten der Ausstiegsgegner räumt das Papier offenbar auf.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Ein schneller Atomausstieg führt nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) nur zu moderaten Strompreissteigerungen von 0,6 bis 0,8 Cent pro Kilowattstunde und wird "keine nennenswerten Einbußen" beim Wirtschaftswachstum bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine UBA-Studie, die der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe) vorliegt. "Ein vollständiges Abschalten der AKW bis 2017 verringert die Gefahren und Risiken der Atomenergie deutlich. Dies hätte erhebliche gesellschaftliche Vorteile, die die moderaten Strompreiserhöhungen aufwiegen", schreibt das Umweltbundesamt in dem Papier.

Veröffentlichung erst nach dem Ethik-Bericht

Das UBA hat das Hintergrundpapier als Grundlage für die seit Fukushima neu begonnene Atom-Debatte erarbeitet. Es wurde bisher nicht veröffentlicht - nach Presseinformationen auf Wunsch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Nun soll das Papier offenbar Anfang nächster Woche publiziert werden - also erst, nachdem die von Ex-Minister Klaus Töpfer (CDU) geleitete Ethikkommission zur Energiewende ihren Schlussbericht vorgelegt hat.

Keine Strom-Blackouts, kein Klimaschutzproblem

Die UBA-Studie argumentiert weiter, dass ein "vorgezogener Atomausstieg" ohne Gefahr von Strom-Blackouts möglich wäre. Auch das viel beschworene Problem angeblich überlasteter Stromnetze durch die Energiewende entdramatisiert das Umweltbundesamt. Neue Gaskraftwerke könnten "zur Netzstützung als Ersatz in den Regionen gebaut werden, in denen heute die Atomkraftwerke stehen". Solche Anlagen haben Planungs- und Bauzeiten von drei bis sechs Jahren - könnten also 2017 fertig sein. Das UBA widerspricht auch dem Argument, das schnelle Abschalten der AKW torpediere die deutschen Klimaschutzpläne.