Stromausfall in Chile

Weite Teile Chiles am Sonntag ohne Strom

Zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Chile hat am Sonntagabend ein Stromausfall fast das ganze Land in Dunkelheit versinken lassen. Nach Angaben des Katastrophenschutzes waren etwa 80 Prozent der 17 Millionen Einwohner Chiles betroffen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Santiago, 15. März (AFP/red) - Die Regierung geht davon aus, dass das Stromnetz durch das Beben so stark beeinträchtigt wurde, dass es jetzt zusammenbrach. In der Hauptstadt Santiago gingen kurz vor 21.00 Uhr Ortszeit (01.00 Uhr MEZ) plötzlich alle Lichter aus. Mehrere U-Bahn-Stationen und Einkaufszentren wurden evakuiert. "Die Leute hatten Angst, aber die Evakuierung ging dann ganz normal von sich", berichtete der Chef der U-Bahn von Santiago, Clemente Pérez.

Nach knapp einer Stunde kam der Strom in der Hauptstadt langsam wieder, in den restlichen Gebieten normalisierte sich die Lage bis Mitternacht weitgehend. Ein Konzert für die Opfer des Erdbebens in Santiago wurde abgebrochen, ebenso ein Fußballspiel.

Ursache war vermutlich eine Panne in einem Transformator in der Nähe von Temuco im Süden des Landes. Die Anlage war nach Angaben des Chefs der zuständigen Energieversorgerfirma vermutlich bei dem schweren Erdbeben Ende Februar beschädigt worden. Der Ausfall reichte von Tal Tal im Norden bis nach Los Lagos im Süden des langgestreckten Landes.

Auch der Leiter des Präsidialamtes, Cristian Larroulet, macht das Beben für die Panne verantwortlich. "Das ist eine weitere Konsequenz des Bebens", sagte Larroulet vor Journalisten. Das Stromnetz habe darunter gelitten, das mache sich jetzt bemerkbar.

Bei dem Beben der Stärke 8,8 waren mindestens 500 Chilenen umgekommen. Seitdem wurden mehr als 270 Nachbeben registriert. Bereits nach dem Beben waren mehrere Regionen tagelang ohne Strom, erst vor wenigen Tagen war die Versorgung dort zu drei Vierteln wiederhergestellt.

Im vergangenen November hatte ein gigantischer Stromausfall weite Teile Brasiliens stundenlang in Finsternis getaucht. Schätzungsweise 50 Millionen Menschen - mehr als ein Viertel der Bevölkerung - waren damals davon betroffen.

Quelle: AFP