Raumordnungsplan

Weg frei für mehr Windenergie von der Ostsee

Die Bundesregierung treibt den Ausbau der Windenergie auf dem Meer voran. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch einen Plan, mit dem Flächen in der Ostsee für den Bau von Windrädern ausgewiesen werden. Einen entsprechenden Plan für die Nordsee hatte das Kabinett schon im September verabschiedet.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Mit dem Plan zur Raumordnung soll der Bau von Windrädern in der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) erleichtert werden. In dieser Zone zwischen zwölf und 200 Kilometern vor seiner Küste muss ein Staat stärker als in Küstennähe die Belange der internationalen Schifffahrt berücksichtigen. Der nun beschlossene Plan erlaubt, schon in einer frühen Planungsphase die Belange von Energiekonzernen, Umweltschützern und Schifffahrt aufeinander abzustimmen.

Früheren Ministeriumsangaben zufolge sind derzeit rund 40 sogenannte Offshore-Windparks in Planung. Mit dem jetzt vorgelegten Raumordnungsplan könnten durch Windkraftanlagen in der Nord- und Ostsee den Angaben zufolge mehr als acht Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden. Das Ministerium erhofft sich, mit Hilfe dieser Anlagen bis 2020 rund 12.000 Megawatt Strom aus Windenergie in die deutschen Netze einzuspeisen. Das wäre knapp die Hälfte der Zielmarke von 25.000 Megawatt, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz bis 2030 vorsieht.

Umweltschützer stehen Offshore-Windanlagen zwiespältig gegenüber. Sie halten den Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung für richtig, warnen aber, Windenergie auf Kosten der Meeresumwelt voranzutreiben.