Mega-Projekt

Wasserkraftwerk an der Weser für 35 Millionen DM geplant

Eine Tochterfirma des Ökostromanbieters Greenpeace energy will in Bremen-Hemelingen an der Weser ein Wasserkraftwerk errichten, das in der ersten Ausbaustufe 32 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Die "Planet energy GmbH", eine Tochterfirma vom Hamburger Ökostromanbieter "Greenpeace energy eG" will zusammen mit der Baufirma Mattern GmbH aus dem süddeutschen Nattheim und der Bremer Projektierungsgesellschaft Tandem GmbH für etwa 35 Millionen DM ein Wasserkraftwerk an der Weser in Bremen-Hemelingen errichten. Das Kraftwerk hat eine Leistung von fünf Megawatt in der ersten Ausbaustufe und liefert pro Jahr nahezu 32 Millionen Kilowattstunden Strom. Etwa 9000 Bremer Haushalte können aus diesem Kraftwerk ihren kompletten Strombedarf decken. Der Umwelt werden dadurch jährlich fast 28 000 Tonnen Kohlendioxid erspart.

"Die Anlage kann nach unseren Berechnungen wirtschaftlich betrieben werden und ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele. Wir werden den Beweis antreten, dass das von den Bremer Stadtwerken tot gesagte Projekt Weserkraftwerk lebensfähig ist", sagt Dietrich Heck, Geschäftsführer Tandem GmbH. Die Realisierung des Weserkraftwerkes sei ein wichtiges Modellprojekt für den weiteren umweltverträglichen Ausbau der Wasserkraftnutzung in Deutschland. Es wird so geplant, dass es in einer zweiten Ausbaustufe auf zehn Megawatt Leistung erweitert werden kann. Der produzierte Strom soll zunächst über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ins öffentliche Netz eingespeist werden. Eine spätere eigenständige Vermarktung als "Bremer Ökostrom" ist nicht ausgeschlossen.

Für die Finanzierung des Projektes ist eine breite Bürgerbeteiligung über einen Anlagenfonds geplant. Neben Bank üblichen Krediten sollen mindestens neun Millionen der insgesamt benötigten 35 Millionen DM Investitionssumme so aufgebracht werden. "Wir erwarten uns gerade von den Bremer Bürgerinnen und Bürgern eine breite Beteiligung an dieser Form der Geldanlage. Wir wollen aus dem Weserkraftwerk ein Kraftwerk in Bürgerhand machen", so Heinz Laing, Geschäftsführer der Planet energy GmbH. Die für den Bau erforderlichen Eingriffe in die Umwelt seien auf ein Minimum beschränkt. Insbesondere der geplante Einbau eines Fischpasses soll dafür sorgen, dass die Fischströme durch das Kraftwerk nicht behindert werden. Zusätzlich soll das Kraftwerk durch Einrichtung einer Aussichtsplattform, eines technischen Denkmals und eines gastronomischen Betriebes zu einer Bremer Attraktion werden.