Hoffen auf Regen

Wasserknappheit macht Kraftwerken zu schaffen

Die anhaltende Trockenheit und die daraus resultierenden niedrigen Wasserstände machen nicht nur Wasserkraftwerken Probleme, die nicht mehr die übliche Strommenge liefern können. Auch Kernkraftwerke müssen die Leistung herunterfahren, weil das Wasser dort zur Kühlung benötigt wird.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Zürich (red) - Sonst sind es meist Hitzeperioden, die es nötig machen, Kernkraftwerke in der Leistung zu drosseln. Das Flusswasser ist dann zu warm zur Kühlung, auch wird es schwierig, die erlaubte Temperatur beim Abwasser einzuhalten. Aber auch ein niedriger Wasserstand, wie er momentan durch die geringen Niederschläge und den Mangel an Schmelzwasser aus den Bergen verursacht wird, wirkt sich auf die Stromproduktion aus.

Französische Atomkraftwerke müssen gedrosselt werden

Nadine Brauchli, Leiterin Energy Market Analysis bei der Schweizer Energiehändlerin EGL AG, sagte dazu in einem Interview mit dem Schweizer Tages-Anzeiger, dass in der Alpenregion bis zu 7000 Megawatt weniger Leistung aus Wasserkraftwerken erwartet würden. Das entspräche etwa fünf bis sieben Kraftwerken. Zudem müssen französische Atomkraftwerke ihre Leistung drosseln.

Droht ein Engpass in der Stromversorgung?

Ein Engpass sei laut Brauchli nicht zu befürchten, da die Kapazitäten in Europa immer noch ausreichend seien. In Deutschland könnten beispielsweise Kohle- und Gaskraftwerke hochgefahren werden, um den Mangel auszugleichen. Allerdings würde das zu höheren Produktionskosten führen. Für die nächste Woche sei Regen angekündigt, was die Situation etwas entspannen dürfte.