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01.03.2010, 17:51 Uhr

Strom-News

Atomenergie

Was geschieht mit Krümmel und Brunsbüttel?

Der Energieriese Vattenfall will die beiden stillgelegten Atromkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel schnell wieder anfahren, jedoch wird das wahrscheinlich nicht mehr diese Jahr sein, so Vattenfall. Schleswig-Holsteins FDP-Franktionschef Kubicki ist dagegen, dass Krümmel wieder ans Netz angeschlossen wird.

Hamburg/Kiel (ddp/red) - Der Energiekonzern Vattenfall rechnet nicht mehr damit, die beiden stillgelegten Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel rasch wieder anfahren zu können. "Ich werde keinen Zeitpunkt dafür nennen. Aber möglicherweise wird das nicht mehr in diesem Jahr sein", sagte Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson der "Welt am Sonntag". "Stand der Dinge ist, dass wir die beiden Anlagen auf höchstmöglichen Sicherheitsstandard bringen und dann wieder anfahren wollen", sagte der Manager.

Der schwedische Konzern Vattenfall betreibt und besitzt die beiden Anlagen gemeinsam mit dem Konkurrenten E.ON. "Wir sprechen mit unserem Partner über alle Fragen in Zusammenhang mit Krümmel und Brunsbüttel", sagte Josefsson auf die Frage, ob ein Verkauf der Anlagen an E.ON geplant sei. Krümmel und Brunsbüttel sind nach Betriebsstörungen seit Monaten abgeschaltet. "Ich wehre mich aber dagegen, Krümmel zu einem politischen Knüppel gegen die Kernenergie zu machen", sagte Josefsson. Das Atomkraftwerk hat noch eine Restlaufzeit von acht Jahren.

Der Manager hält Atomenergie auf mittlere Sicht nicht für überflüssig. "Ich persönlich glaube, dass es in Deutschland zu einer Verlängerung der Laufzeiten der Atomanlagen kommen wird, denn das hilft bei der notwendigen Transformation des Energiesystems", sagte Josefsson der Zeitung. Es werde viel leichter und billiger, die Klimaziele zu erreichen, wenn die Laufzeit der Atomanlagen in Deutschland verlängert würde. "Das hat riesige Auswirkungen auf ganz Europa", sagte Josefsson.

FDP: Reststrommengen von Krümmel übertragen

Der Kieler FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki wirbt währenddessen dafür, das Atomkraftwerk Krümmel nicht wieder anzufahren und die Reststrommengen auf den Reaktor Brokdorf zu übertragen. Das habe er dem Vorstandschef von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, vorgeschlagen, sagte Kubicki dem "Hamburger Abendblatt" (Freitagausgabe). "Er will darüber nachdenken."

Kubicki machte deutlich, dass die Landesregierung die Genehmigung zum Wiederanfahren von Krümmel allenfalls ein letztes Mal erteilen werde. "Beim nächsten Störfall wird es mit Sicherheit keine Genehmigung mehr geben." Eine Klage von Vattenfall schrecke niemanden. "Wir wissen 80 Prozent der Bevölkerung hinter uns."

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