Eigeninitiative

Was Gartenbesitzer für den Klimaschutz tun können

Gartenarbeit und Klimaschutz lassen sich hervorragend miteinander verbinden. Bereits mit wenig Aufwand schaffen Hobbygärtner Rückzugsräume für Wildtiere oder aber tun etwas für das globale Klima. Auch Ressourcen wie Wasser oder Energie lassen sich schonen, wenn Gartenbesitzer bereit sind, ein paar Regeln zu befolgen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Für Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin beginnt umweltbewusste Gartenarbeit schon bei der Entscheidung darüber, welche Pflanzen angepflanzt werden. Er empfiehlt heimische Gehölzarten wie etwa den Weißdorn. Generell empfiehlt Heiermann Mut zur Unordnung - natürlich nur im Rahmen. So diene ein Laubhaufen als Versteck für Spitzmäuse und Igel, die dann die Schnecken dezimierten. Oder in einem Gartenteich siedeln sich schnell Frösche und Kröten an, die Fliegen und Mücken fressen.

Nicht zu intensiv beleuchten

Darüber hinaus rät Heiermann von einer zu intensiven Beleuchtung in der Nacht ab. "Durch das Licht werden Insekten angezogen - auch Exemplare gefährdeter Arten, die an der heißen Lampe zu Tode kommen können." Andere Tierarten würden ebenfalls in ihrem Verhalten beeinflusst, Zugvögel im Extremfall sogar von ihren Routen abgebracht. "Das Bewusstsein dafür, dass es Lichtverschmutzung gibt, muss generell geschärft werden", findet Heiermann. "Aber natürlich kann man Lampen schon mal anmachen. Wir Umweltschützer sind ja keine Spaßbremse."

Eine zu intensive Beleuchtung lässt sich nach Angaben von Sophie Fabricius, Sprecherin der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne "Klima sucht Schutz" in Berlin, auch durch Solarzellen-Leuchten vermeiden. Deren Schwachstelle werde für die Umwelt zum Vorteil: "Wenn man ein paar bewölkte Tage hintereinander hat, kann man die Leuchte nur begrenzt nutzen, weil sie nicht genügend Energie gespeichert hat." Das müsse nicht zulasten der Gemütlichkeit gehen: "Für einen lauschigen Abend reicht es allemal."

Sonnenenergie lässt sich nicht nur zur Lichtgewinnung einsetzen, sondern auch zum Heizen: Ein solarer Luftkollektor verursacht keine Betriebskosten und kann für Wärme im Gartenhaus sorgen. Eine Wärmepumpe funktioniert mit sonnengewärmter Luft oder Erde und eignet sich dafür, einen Pool zu heizen. Auch ein Wasserspeier oder Springbrunnen im Gartenteich lässt sich mit der Kraft der Sonne betreiben - allerdings stellen diese Geräte bei fehlendem Sonnenschein den Betrieb schnell ein.

Muskelkraft statt Elektroantrieb

Eine weitere simple Art, Energie zu sparen, ist der Verzicht auf einen elektrisch betriebenen Rasenmäher - zumindest, solange die Rasenfläche nicht allzu groß ist: "Es gibt Geräte, die optisch viel hergeben, aber letztlich nur den Rasen mähen. Dasselbe leistet ein Handrasenmäher, der nur mit Muskelkraft funktioniert, auch." Ressourcen spart man ebenfalls, indem man Regenwasser in einer Tonne auffängt oder seine Bio-Abfälle kompostiert, anstatt Mineraldünger zu kaufen - dessen Gewinnung einen hohen Energieaufwand erfordert und so dazu beiträgt, Treibhausgase in der Atmosphäre freizusetzen. "Alles, was im natürlichen Kreislauf anfällt, kann man benutzen: Sonnenenergie zur Beleuchtung, Küchenabfälle zum Dung oder Regenwasser zur Bewässerung", sagt Sophie Fabricius.

Klimafreundlich: Tomaten aus dem Garten

Der beste Weg, Energie zu sparen und gleichzeitig gesund zu leben, liegt "Klima sucht Schutz" zufolge aber in der Auswahl der angebauten Pflanzen: Wer im eigenen Garten ein Kilogramm Tomaten zieht, produziert damit 35 Gramm des Treibhausgases Kohlendioxid - im Gegensatz zu 600 Gramm, die für dieselbe Menge an Freilandtomaten aus Spanien anfallen. "Man kann sich beim Anbau zum Beispiel an Saisontabellen orientieren, die man überall im Internet findet. Dann hat man über das ganze Jahr verteilt ein Menü aus dem eigenen Garten und muss nicht mal mehr im Bioladen einkaufen", erläutert Sophie Fabricius, die vor allem den Anbau von Gemüse für sinnvoll hält.