Praxistipps

Was für die Planung einer Solaranlage wissenswert ist

Nicht jede Photovoltaik-Anlage hält, was sie verspricht. In den letzten Jahren ist die Zahl der wegen mangelnder Qualität ausgefallenen Anlagen um 40 Prozent gestiegen. Um das zu vermeiden und auch versicherungsrechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sollten Verbraucher einige Punkte beachten.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - In Deutschland boomt derzeit der Solarstrommarkt. Doch damit sich eine Photovoltaik-Anlage im Laufe der Jahre bezahlt macht, muss sie reibungslos und ohne Störungen funktionieren. Doch aktuelle Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigen genau das Gegenteil. Immer mehr Solarstromanlagen fallen aufgrund mangelhafter Qualität aus. Insgesamt wurden 2008 rund 4.200 Solarstromanlagen von den deutschen Versicherern reguliert - ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Installation meist der Knackpunkt

Falsche Bauteile, Planungs- oder Installationsfehler machen eine Solarstrom-Anlage schnell zu einem Zuschussgeschäft. "Nicht jeder, der Solarstrom-Anlagen installiert, versteht sein Handwerk", so der GDV. Wer die Sonnenenergie nicht nur für sich nutzt, sondern ins öffentliche Netz einspeist, handelt aus Sicht des Gesetzgebers als Unternehmer. Die private Haftpflichtversicherung reicht hier nicht mehr aus.

Versicherungsrechtliche Probleme

Der Hausbesitzer sollte sich daher über eine Betreiberhaftpflichtversicherung informieren, sie übernimmt sämtliche Schadenersatzforderungen. Zudem wird Hausbesitzern empfohlen, ihren Wohngebäudeversicherer über die Installation einer Solarstromanlage zu informieren. Hintergrund: Die klassische Wohngebäudeversicherung schließt weder den Diebstahl noch den Vandalismus-Schaden mit ein.

Tipps für Verbraucher

Verbraucher, die die Installation einer Photovoltaik-Anlage planen, sollten folgende Dinge beachten:

  • 1. Wählen Sie einen qualifizierten und erfahrenen Betrieb. Fragen Sie nach Referenzprojekten und dem Gütesiegel "RAL-Solar" der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.
  • 2. Besprechen Sie alle erforderlichen Maßnahmen direkt am Objekt. Insbesondere muss die Statik des Daches geprüft werden.
  • 3. Lassen Sie sich alle Maßnahmen einschließlich der verwendeten Komponenten dokumentieren; Hilfestellung bietet der Anlagenpass u. a. herausgegeben vom Bundesverband Solarwirtschaft und dem deutschen Elektrohandwerk.
  • 4. Informieren Sie den Gebäudeversicherer und Netzbetreiber über die Installation der Anlage.
  • 5. Um sicherzustellen, dass die die Anlage fehlerfrei funktioniert, sollte sie im laufenden Betrieb regelmäßig überprüft werden. Die korrekte Wartung einer Solarstromanlage sei Sache eines qualifizierten Fachmanns, so der GDV.