szmtag
16.03.2011, 13:50 Uhr

Strom-News

Herunterkühlen

Was beim Abschalten eines Atomkraftwerks passiert

Das Herunterfahren eines Atommeilers ist nicht mit dem Abschalten einer Maschine vergleichbar, die schnell ihren Ruhezustand erreicht. Denn es kann bis zu fünf Jahre dauern, bis die Brennstäbe so weit heruntergekühlt sind, dass sie in ein Zwischenlager transportiert werden können.

Berlin (dapd/red) - Als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Japan sollen die 7 ältesten der 17 deutschen Atomkraftwerke mit sofortiger Wirkung vom Netz gehen. Betroffen sind die Meiler Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar 1 sowie Unterweser und Philippsburg 1. Alle sind vor Ende 1980 in Betrieb gegangen.

kernkraftwerk;kraftwerk Um ein Atomkraftwerk stillzulegen, muss die Uran-Spaltung zur Energiegewinnung im Kern eines Reaktors gestoppt werden. Hierfür würden in das Becken mit den Brennstäben so genannte Steuerstäbe eingeführt, die jene Neutronen einfingen, die die Uran-Spaltung auslösten, erklärt Greenpeace-Sprecher Stefan Krug der dapd am Mittwoch in Berlin.

Dieser Vorgang unterbricht die Kettenreaktion zur Energieerzeugung in einem Kraftwerk zwar recht schnell. Er lässt ein Atomkraftwerk damit aber nicht von heute auf morgen harmlos werden. Denn die Brennstäbe bleiben auch in einem heruntergefahrenen Kraftwerk noch sehr heiß und müssen ein bis fünf Jahre in einem Abklingbecken außerhalb des Reaktors gekühlt werden. Nur damit kann ein Schmelzen der Brennstäbe und eine Freisetzung von Radioaktivität vermieden werden.

Erst wenn die Brennstäbe auf eine Temperatur von etwa 400 bis 500 Grad heruntergekühlt worden sind, können sie in Castor-Behältern in ein Zwischen- oder Endlager transportiert werden.

© 2001-2013 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Kostenloser Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Was beim Abschalten eines Atomkraftwerks passiert

"
  • Brennstäbe in Fukushima Daiichi liegen teilweise frei
    Atomkraft Den japanischen Atomspezialisten in der Nuklearanlage in Fukushima Daiichi gelingt es trotz permanenter Wasserzufuhr nicht, die Brennstäbe in den Reaktoren 1, 2 und 3 ausreichend zu kühlen. Versuche, die Wasserzufuhr über Hubschrauber sicherzustellen, mussten inzwischen abgebrochen werden.
  • Ökostrom-Nachfrage nimmt nach Atomunfall deutlich zu
    Erneuerbare Energien Die drohende Atomkatastrophe in Japan lässt in Deutschland offenbar die Nachfrage nach Ökostrom steigen. Verbraucherportale und Ökostrom-Anbieter verzeichnen seit dem Wochenende ein wachsendes Interesse an entsprechenden Produkten und deutlich mehr Vertragsabschlüsse.
  • Neckarwestheim geht dauerhaft vom Netz (Upd.)
    kernkraftwerk;kraftwerk Nachdem Berlin entschieden hat, die sieben ältesten deutschen Meiler für drei Monate vom Netz zu nehmen, ist die dauerhafte Abschaltung des als unsicher geltenden Meilers Neckarwestheim 1 jetzt beschlossene Sache. Das bestätigte Ministerpräsident Mappus am Dienstag.
  • Lage in Fukushima verschlimmert sich weiter (Upd.)
    Atomkraft Im japanischen AKW Fukushima soll es eine weitere Explosion gegeben haben. Nachdem es im Reaktor 4 gebrannt habe, klafften zwei große Löcher in der Außenwand. Inzwischen soll sogar das Kühlwasser kochen. Nun sei die Strahlenbelastung im Meiler so hoch, dass alle verbliebenen Arbeiter sofort gehen müssten.
  • Sieben Atomkraftwerke werden vorerst abgeschaltet
    kernkraftwerk;kraftwerk Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesländer sind sich nun einig, dass die ältesten deutschen Atomkraftwerke vorerst abgeschaltet werden sollen. Es handelt sich um sieben Kraftwerke, die alle bereits vor 1980 gebaut wurden. Sie sollen während der geplanten Überprüfung vom Netz genommen werden.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>