Energie sparen

Warum sich die Telekom im Strommarkt engagiert

Die Deutsche Telekom will sich auf dem deutschen Energiemarkt engagieren. Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sollen nicht nur den Stromverbrauch messen, sondern auch helfen, ihn zu steuern und Stromfresser zu identifizieren. Bis zu 15 Prozent sollen sich so sparen lassen. Erste Zähler sind bereits in Friedrichshafen in Betrieb.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - "Der Zukunftsmarkt Energie ist ein wichtiger Teil der neuen Strategie der Deutschen Telekom", sagte Vorstandsmitglied Reinhard Clemens im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Vorstoß auf den Strommarkt ist Teil der Wachstumspläne des Telekom-Konzerns. Der Telefonriese bietet Energieversorgern, Messstellen-Betreibern und der Wohnungswirtschaft eine Dienstleistung an. Sie besteht darin, die Verbrauchsdaten aus den Smart-Meter-Geräten effizient auszulesen, zu übertragen und zu verarbeiten.

Intelligente Zähler helfen Strom sparen

Die intelligenten Stromzähler, sogenannte Smart Meter, messen nicht nur den Strom, sondern helfen auch, den Verbrauch zu regulieren und so Strom zu sparen. Per Funk oder DSL werden die Daten an die Stadtwerke vermittelt und dort weiterverarbeitet. In einem personalisierten Internetportal werden die Daten den Kunden dann zur Verfügung gestellt, die so Stromfresser im Haushalt erkennen können.

Intelligentes Zählernetz soll Angebot und Nachfrage steuern

Auch die Energieversorger sollen von den intelligenten Zählern profitieren. Werden mehrere Smart Meter vernetzt, entstehen Smart Grids, intelligente Netze, in denen Computer in Echtzeit Angebot und Nachfrage steuern. Beispielsweise könnten kleine Wasserkraftwerke aktiviert werden oder Tiefkühltruhen im Handel kurzzeitig in der Leistung heruntergefahren werden. So könnten Stromnetze energie- und kostensparend betrieben werden.

Ausgleich von natürlichen Schwankungen

Hintergrund sind die Schwankungen in der Stromerzeugung, die gerade bei den erneuerbaren Energien wie Solarenergie und Windkraft auftreten. Durch natürliche Gegebenheiten ist die Leistung in der Stromerzeugung bei Ökostrom nicht immer gleich. Diese Schwankungen könnten durch die intelligenten Stromzähler aufgefangen werden. Erste Versuche in der Telekom-Modellstadt Friedrichshafen laufen bereits. Eine Ersparnis von bis zu 15 Prozent Energie soll möglich sein.