Strompreiswelle

Warum die Strompreiserhöhungen unterschiedlich ausfallen

Deutschland erlebt eine Strompreiswelle von bisher ungekannten Ausmaßen. Zum Jahreswechsel haben 468 Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 12 Prozent angekündigt. Die Erhöhungen fallen jedoch teilweise sehr unterschiedlich aus, und dafür gibt es vor allem einen Grund.

Stromvergleich© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Heidelberg/Linden (red) - Ein Musterhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh muss künftig rund 120 Euro mehr pro Jahr bezahlen. Da die Stromanbieter ihre Preissteigerungen sechs Wochen vorher ankündigen müssen, sind noch am heutigen Dienstag Änderungen zum Jahreswechsel möglich. Am Montag wurde bekannt, dass auch die Töchter des Energiekonzerns E.ON die Preise zum Jahreswechsel erhöhen. Allein von dieser Preiserhöhung sind über sechs Millionen Haushalte betroffen.

EEG-Umlage, neue Abgaben, Netzentgelte

Als Begründung für die stärksten Strompreiserhöhungen des Jahrzehnts werden die Erhöhung der EEG-Umlage und gestiegene Netzkosten genannt. Die geänderten Haftungsregeln für die Anbindung von Offshore-Windkraft und die Befreiung stromintensiver Betriebe von den Netzentgelten sorgen für weitere Kosten, die auf die Stromkunden umgelegt werden.

Warum die Erhöhungen unterschiedlich ausfallen

Viele Verbraucher fragen sich jedoch, warum nicht alle Anbieter die Preise erhöhen bzw. warum nicht alle in gleichem Maße - da die staatlich diktierten Mehrkosten ja schließlich alle Versorger betreffen. Das liegt vor allem daran, dass die Anbieter den Strom zu unterschiedlichen Preisen eingekauft haben. Wer günstig eingekauft hat, dessen Gewinnmarge ist jetzt größer, und diesen Vorteil kann er nun an seine Kunden weiterreichen.

Preiserhöhung durch Anbieterwechsel ausgleichen

Wegen der großen Preisunterschiede sollten alle Verbraucher, deren Lieferant eine Strompreiserhöhung ankündigt, die Preise vergleichen und zu einem günstigeren Stromversorger wechseln. Bisher hat jedoch weniger als ein Viertel der deutschen Haushalte schon einmal den Stromanbieter gewechselt. Wer sich noch nie um einen günstigeren Anbieter oder Tarif gekümmert hat, kann durch einen Wechsel mehrere Hundert Euro pro Jahr einsparen. So fallen die staatlich erzwungenen Preiserhöhungen weniger stark ins Gewicht.