Überhitzung

Warnung vor Unfällen beim Laden von Elektroautos

Der TÜV Süd warnt vor Unfällen beim Laden von Elektroautos an heimischen Steckdosen. Es könne zu Überhitzungen kommen, sagte Vorstandsmitglied Horst Schneider am Mittwoch vor Beginn der Internationalen Automobilaustellung (IAA) in Frankfurt. E.on habe eine Versuchsreihe abgebrochen.

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Frankfurt/Main (dapd/red) - Viele Steckdosen außerhalb des Hauses seien für einen Rasenmäher, nicht aber für das stundenlange Laden einer Autobatterie ausgelegt, so Schneider.

Spezielle Ladeboxen werden empfohlen

Die Leiterin der E-Mobilität beim Stromkonzern E.on, Ruth Werhahn, sagte, bei Verwendung eines Verlängerungskabels seien Steckdosen in 15 Minuten 81 Grad Celsius heiß geworden. "Wir haben die Versuche abgebrochen." Für ein sicheres Laden zu Hause seien extra Ladeboxen nötig. Im öffentlichen Raum seien Schnell-Ladestationen die Zukunft. Teuer, aber bequem und sicher seien im Boden verlegte Ladestationen.

Studie: Die Risiken sind hoch

Elektro-Mobilität hat nach einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney bis 2020 ein weltweites Marktpotenzial von bis zu 280 Milliarden Euro. Jeder zehnte Neuwagen werde ein Elektroauto mit oder ohne zusätzlichen Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer sein. Allerdings seien die Autohersteller in einer Zwickmühle, denn ohne funktionierende Lade-Infrastruktur, grünen Strom und attraktive Mobilitätsdienste "kann E-Mobility schnell zum Milliardengrab werden", erklärte Autor Stephan Krubasik am Dienstag.

Und auch die Stromversorger stünden vor "hohen Investitionen bei ungewissen Gewinnaussichten". Ein Wegbereiter könnten Miet- und Carsharing-Angebote mit Elektroautos in Großstädten sein, aber Elektromobilität berge für die Beteiligten noch erhebliche Risiken.