Energiepolitik

Warnung vor Strom-Engpässen zu Pfingsten

In Deutschland werden Strom-Engpässe schon zu Pfingsten befürchtet. Angeblich befinden sich die Stromnetze in Deutschland an der Grenze ihrer Belastungsfähigkeit. Die Ursache hierfür sehen viele in der derzeitigen Energiepolitik. Die Einspeisung von Wind-und Sonnenstrom aus weit entfernten Standorten belaste das Netz.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (AFP/red) - Wegen der zahlreichen abgeschalteten Atomkraftwerke befürchtet die Bundesnetzagentur schon in der kommenden Woche Engpässe im Stromnetz. "Es kann an Pfingsten eng werden im Netz, weil die Last sehr schwach ist", sagte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, gegenüber der "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Beim Ruhen der industriellen Produktion gerieten die Netze unter Stress, wenn gleichzeitig Strom aus Wind- und Sonnenanlagen an weit entfernten Standorten einfließe.

Stromnetze an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit

Die Stromnetze befänden sich derzeit generell an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit: "Wir nutzen ein Instrumentarium, das eigentlich für Notfälle vorgesehen ist." Der Chef der Netzagentur appellierte an die Bundesregierung, die Zielsetzungen im Energiekonzept zügig und lückenlos anzugehen. "Wenn nur ein wesentliches Element dieses Energiekonzepts nicht wie geplant umgesetzt werden kann, dann sind auch die anderen Ziele, etwa möglichst günstige Strompreise und die Versorgungssicherheit, gefährdet."

Bundesregierung erntet Kritik von allen Seiten

Die Bundesregierung hatte sich am Wochenende nach schwierigen Verhandlungen darauf geeinigt, alle Atommeiler in Deutschland bis spätestens 2022 vom Netz zu nehmen. Umweltverbände und Opposition kritisierten die Neuausrichtung der Energiepolitik als nicht weitgehend genug. Teile der Industrie hingegen warfen der Regierung unberechenbares Verhalten vor, der Energiekonzern Eon kündigte eine Klage gegen die Brennelementesteuer und durch den Ausstieg erlittene finanzielle Einbußen an.

Quelle: AFP