Sparmaßnahmen

Wann in den Kommunen die Lichter ausgehen

Nachts wird in vielen Kommunen die Beleuchtung der Straßen stark reduziert und in manchen Bereichen sogar ganz abgeschaltet. Viele Städte setzen auf eine Mischung aus Sparmaßnahmen und neuen technologischen Lösungen wie etwa Energiesparcontrollern. Vier Beispiele aus Sachsen-Anhalt zum Stand der Dinge.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Magdeburg (dapd/red) - Der Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt hat die mangelnde Finanzausstattung der Kommunen zur Modernisierung ihrer Straßenbeleuchtung beklagt. Obwohl sie dazu verpflichtet seien, eine ausreichende Beleuchtung zu garantieren, könnten notwendige energetische Sanierungen teilweise nur schleppend erfolgen, sagte Beigeordneter Jürgen Leindecker in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd in Magdeburg. Er nannte es ein "Dilemma", dass oftmals die Eigenanteile für Fördermittel wie zum Stadtumbau Ost oder der Dorferneuerung fehlten. Mit Hilfe neuer Lampen und intelligenten Schaltungen ließen sich aber dauerhaft erhebliche Summen einsparen.

Um Kosten zu sparen, haben einige Städte und Gemeinden bereits reagiert. Sie setzen auf eine Mischung von Sparmaßnahmen und neuen technologischen Lösungen. In Salzwedel wurden in sechs Wohngebieten und Ortsteilen Energiesparcontroller bei der Straßenbeleuchtung eingesetzt. Diese sind in der Lage, das Licht zu dimmen, wie Amtsleiter Olaf Meining sagte. Die Einsparungen betragen seinen Angaben zufolge bis zu 28 Prozent bei einer Amortisationszeit von drei bis vier Jahren. In Gewerbegebieten erlischt dagegen nachts das Licht völlig. Der Stadtrat will die Stromkosten von 281.700 Euro in diesem Jahr auf 210.000 Euro ab 2011 senken. Vorgesehen sind Nachtabschaltungen zwischen 22.00 und 5.00 Uhr, jedoch nicht an Schwerpunkten wie Kreuzungen und Einmündungen.

In der Landeshauptstadt wird die Beleuchtung auf dem Magdeburger Ring bereits seit langer Zeit abgeschaltet. Das spart nach Angaben von Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) jährlich 50.000 Euro und sei nur eine Maßnahme unter inzwischen mehr als 150 konkreten Projekten zur Haushaltskonsolidierung. Unter anderem werde das Licht in Gewerbegebieten, in Straßen mit wenig Anliegerverkehr und in ausgewählten öffentlichen Park- und Grünanlagen zwischen 22.00 und 5.00 Uhr abgeschaltet. Das bringe noch einmal rund 60.000 Euro Einsparung im Jahr. Zunehmend kämen Straßenleuchten zum Einsatz, deren Leistung nachts reduziert wird. Von den 227 Ampelanlagen im Stadtgebiet seien nur knapp 40 ganztägig in Betrieb. Die anderen würden, je nach Situation, nachts, am Wochenenden oder an Feiertagen abgeschaltet. "Sicherheit hat bei allen Maßnahmen Priorität. Wo wegen der eingeschränkten Beleuchtung die Unfallhäufigkeit steigt, werden wir das Licht auch wieder anmachen," sagte Trümper.

Neue Energiesparlampen helfen beim Sparen

Halle besitzt gegenwärtig 31.800 Lampen in der Straßenbeleuchtung. Bereits seit 2003 werden auf Beschluss des Stadtrates Leuchten vollständig oder teilweise abgeschaltet. Nicht betroffen von dieser Regelung sind die Innenstadt und sicherheitsrelevante Verkehrsknoten. Das betrifft rund 12.500 Leuchtmittel, wie Sprecherin Ria Steppan sagte.

Zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr reduziert auch die Lutherstadt Wittenberg die Leistung der Straßenlampen um die Hälfte bis zu einem Drittel. Im Rahmen der Dorferneuerungsprogramme wurden viele Straßen in den Gemeinden, die heute Teil der Stadt sind, mit einer neuen Straßenbeleuchtung ausgestattet. Überall werden zudem schrittweise Quecksilberdampflampen gegen effektivere und umweltfreundlichere Leuchten ausgetauscht, wie Andrea Busch vom Büro des Oberbürgermeisters sagte. In Wittenberg West kommen seit dem Herbst LED-Lampen zum Einsatz, die jeweils nur noch 30 Watt in der Stunde verbrauchen.

Auch Wernigerode setzt auf einen Mix unterschiedlicher Maßnahmen. In einer Reihe von Straßen erlischt seit vielen Jahren nach 22.00 Uhr jede zweite Lampe, wie Andreas Mehling, der Leiter des Büros des Oberbürgermeisters, sagte. Gewerbegebiete bleiben nachts fast vollständig im Dunkeln. Bei Modernisierungen setze man auf LED-Leuchten. Schulwege, Fernverkehrsstraßen und die Fußgängerzone im Zentrum der Stadt bleiben von Abschaltungen weitestgehend verschont.