Frankfurter Börse

Wahlergebnis drückt DAX - Versorger leiden am meisten

Nach dem für Anleger enttäuschenden Ausgang der Bundestagswahl hat der deutsche Aktienmarkt am Montag deutlich schwächer geschlossen. Unter Druck gerieten vor allem die Werte der Versorger. Der DAX ging mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 4926 Punkte aus dem Handel.

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Frankfurt/Main (red) - Mit Blick auf das Wahlergebnis hieß es am Markt, es werde nun ein langes Gerangel um Koalitionen und Posten erwartet. Zu rechnen sei auch mit einem Kapitalabzug ausländischer Anleger, die auf dynamische Reformen nach einem Regierungswechsel gesetzt hätten.

Tagesverlierer waren RWE und E.ON. Eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke sei zunächst vom Tisch, sagten Händler zur Begründung. Zudem litten die Aktien der beiden DAX-Unternehmen unter Zurückstufungen. RWE verloren 2,9 Prozent auf 55,24 Euro, E.ON verbilligten sich um 2,4 Prozent auf 77,66 Euro. Deutsche Post verloren nach Bekanntgabe der Exel-Übernahme 2,3 Prozent auf 19,52 Euro. Die meisten Analysten bewerteten den Kauf als strategisch sinnvoll, zeigten sich aber wegen des Preises von 5,5 Milliarden Euro skeptisch. Nennenswerten Kursgewinne gab es im DAX lediglich für Infineon, die nach einer Hochstufung durch CSFB 0,9 Prozent auf 8,00 Euro stiegen, und Fresenius Medical Care mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 75,71 Euro.

Der Euro fiel, belastet von der politischen Unsicherheit nach der Bundestagwahl, unter die Marke von 1,22 Dollar. Die Europäische Zentralbank stellte am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,2139 Dollar nach 1,2243 Dollar am Freitag fest. Damit mussten für einen Dollar 0,8238 Euro bezahlt werden. Im Devisenhandel kostete die Gemeinschaftswährung am Abend 1,2155 Dollar.