600 Millionen Umsatz

Wärmepumpen-Branche legt kräftig zu

Steigende Öl- und Gaspreise fördern das Geschäft der Wärmepumpenheizungen: In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres hat die Branche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ihren Absatz um 28 Prozent steigern können. Dabei erzielen die Hersteller zwei Drittel ihres Umsatzes durch Exporte.

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Berlin (red) - Während viele Wirtschaftsbereiche über steigende Öl- und Gaspreise klagen, werden Wärmepumpen für immer mehr Bauherren und Modernisierer zur kostensparenden Alternative: In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres hat die deutsche Wärmepumpen-Branche ihren Absatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent steigern können. Für 2004 geht der Bundesverband Wärmepumpe e.V. nun von einem Inlandsumsatz von rund 200 Millionen Euro aus.

Mit der aktuellen Absatzsteigerung sei das Potenzial "bei weitem noch nicht ausgereizt", heißt es seitens des Verbandes. Denn jährlich würden allein in Deutschland etwa 800.000 Heizungsanlagen installiert. Der darin enthaltene Anteil an Wärmepumpenheizungen liege erst bei rund fünf Prozent.

Bereits heute sei die deutsche Wärmepumpen-Branche stark exportorientiert: Die inländischen Hersteller erzielten über zwei Drittel ihres Umsatzes - in 2004 rund 400 von insgesamt 600 Millionen Euro - durch Exporte, beispielsweise in die Schweiz und nach Schweden. In diesen Ländern würden bereits in über 50 Prozent der Neubauten Wärmepumpen statt Öl- oder Gasheizungen eingesetzt.

Wärmepumpen entziehen der Erde, dem Grundwasser beziehungsweise der Umgebungsluft Wärme und stellen diese als Heizenergie zur Verfügung. Durch den Einsatz eines Kompressors funktionieren sie auch dann, wenn in der Umgebung hohe Minusgrade herrschen.

In den kommenden zehn Jahren - so zumindest die vorherrschende Meinung auf dem Fachkongress "2. Forum Wärmepumpe", welcher heute und morgen in Berlin stattfindet - könnte der Anteil im Neubaubereich in Deutschland von aktuell rund vier auf zehn Prozent empor schnellen. Bei Wärmepumpen verbleibe der Großteil der Wertschöpfung im Inland; eine Verlagerungen von Marktanteilen hin zu Wärmepumpen habe daher positive Auswirkungen für die deutsche Volkswirtschaft.

Im Gegensatz zu Öl- und Gasheizungen fallen die Hauptkosten beim Kauf der Anlage an - und diese stammt in der Regel aus deutscher Produktion. "Die mittelständischen Wärmepumpenhersteller schaffen Arbeitsplätze in Deutschland und öffnen Exportmärkte im Ausland. Das kommt der deutschen Volkswirtschaft zugute", fasst Karl-Heinz Stawiarski, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Wärmepumpe, zusammen.

Die Wachstumsprognose für den Inlandsmarkt wird untermauert durch Zahlen aus dem Ausland: In der Schweiz heizt bereits in über 60 Prozent der Neubauten eine Wärmepumpen-Anlage, in Schweden liegt der Wert bereits bei über 90 Prozent. Die Wärmepumpe versorgt dabei eine Fußboden- oder Wandheizung sowie die Trinkwasserversorgung komplett mit der notwendigen Wärme. Wärmepumpen-Heizungen liegen mit Preisen zwischen 10.000 und 20.000 Euro in den Anschaffungskosten zwar höher als Öl- oder Gasheizungen. Die Verbrauchs- und Unterhaltskosten liegen bei einer Wärmepumpe dafür bei maximal fünfzig Prozent einer konventionellen Heizung.

Die höheren Anschaffungskosten werden nach Angaben von Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien Nordrhein-Westfalen e.V., in den meisten Fällen bereits nach wenigen Jahren durch die vermiedenen Brennstoffkosten kompensiert. Baumann: "Wenn Öl- und Gaspreise weiter steigen sollten, werden Wärmepumpen-Eigentümer noch zahlreiche kostengünstige Winter erleben".