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Baden-WürttembergIn Baden-Württemberg soll künftig mit Abwasser Wärme gewonnen und somit Energie gespart werden. In der Kanalisation installierte Wärmepumpen könnten dem Abwasser die Wärme entziehen und zum Heizen von Gebäuden nutzen.
Stuttgart (ddp-bwb/red) - Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) stellte am Dienstag in Stuttgart eine Klimaschutzinitiative unter anderem von Landesregierung und Städtetag vor, die zum Ziel hat, über ein neues technisches Verfahren die Wärme aus dem Abwasser abzuleiten und für die Wärmeversorgung von Gebäuden zu nutzen. Damit könnten im Schnitt etwa zehn Prozent der Häuser mit Wärme versorgt werden und 25 Prozent Energie gemessen am Kohlendioxid-Ausstoß eingespart werden, erläuterte Gönner.
Das durch die Nutzung erwärmte Abwasser von privaten Haushalten und Industrie werde über die kommunalen Kanalnetze in die Kläranlagen geleitet, sagte Gönner weiter. Im Winter betrage die Durchschnittstemperatur des Abwassers etwa 12 bis 15 Grad. Über im Kanalnetz installierte Wärmetauscher könne dem Abwasser die Wärme entzogen und über Wärmepumpen zum Heizen verwendet werden.
Das in der Schweiz bereits weit verbreitete Verfahren ist den Angaben zufolge bundesweit in 80 Kommunen realisiert worden. Die Installierung der Technik kostet bei einer Versorgung von 50 Wohnungen etwa 300.000 Euro. Für den Verbraucher kostet die auf diese Weise gewonnene Wärmeversorgung zwischen sechs bis sieben Cent pro Kilowattstunde gegenüber etwa zehn Cent bei Normalversorgung. Das Land fördert die Kosten einer Machbarkeitsstudie mit bis zu 50 Prozent. Einer Umfrage des Städtetages zufolge haben 20 von 80 angeschriebenen Kommunen Interesse signalisiert.
Der Energieexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Franz Untersteller, beklagte, Baden-Württemberg sei bei der Wärmepumpentechnologie gegenüber der Schweiz ins Hintertreffen geraten. Mit der angestrebten Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängere die Umweltministerin nicht nur die Aufheizung der Flüsse, sondern verhindere, dass sich moderne und klimaschonende Energietechnologien durchsetzen könnten.
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