Gebäudeenergiepass

vzbv und Mieterbund: Gabriel soll hart bleiben

Im Streit um den Gebäudeenergiepass haben der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die von Bundeswirtschaftsminister Glos und Bundesbauminister Tiefensee favorisierte Lösung scharf kritisiert. Sie bezeichneten das Modell als "Kniefall vor Immobilienlobby".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - In einer gemeinsamen Erklärung gehen beide Organisationen davon aus, dass das Glos-Tiefensee-Modell wirkungslos bleiben werde. Der zwischen den Bundesministern gefundene Kompromiss sei keine tragfähige Lösung. Er öffne der Beliebigkeit Tür und Tor, da der Energiepass ohne jede qualitative Vorgabe nach Verbrauch oder Bedarf ermittelt werden könne, so die Verbraucherschützer.

Vor allem das Argument, Bedarfspässe seien unvertretbar teuer, ist nach Auffassung von Mieterbund und vzbv schlicht falsch. Ein Bedarfspass lasse sich für einen Preis von 100 bis 150 Euro in einem vereinfachten Verfahren erstellen. Der Pass müsse nur beim Vermieten oder Verkaufen einer Wohnung - bezogen auf die Immobilie insgesamt - ausgestellt werden und habe eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren. Ein solcher Geldeinsatz sei angesichts der positiven Wirkungen qualitativer Energieausweise für niemanden unzumutbar. Diesen Mehrkosten stehe ein Vielfaches an Einsparung bei den Nutzern aufgrund der niedrigeren Heizkosten gut sanierter Wohngebäude gegenüber.

Die Orientierung am Verbrauch eines Drei-Familien-Haus halten die Kritiker für "gänzlich wertlos", denn die Ergebnisse hingen wesentlich von dem Verhalten der Nutzer des Objektes ab. Nur ein am tatsächlichen Energiebedarf orientierter Pass könne Transparenz über die Energiequalität eines Gebäudes schaffen und Hinweise auf sinnvolle Modernisierungen geben.

Der Deutsche Mieterbund und der vzbv forderten die Bundesregierung auf, im Interesse der Senkung der Wohnnebenkosten und der Energieeinsparung, der Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Markttransparenz dem Beliebigkeitsausweis einen Riegel vorzuschieben und die Ausstellung von Energieausweisen für Gebäude am Energiebedarf zu orientieren.

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