Überhöhte Anreize

vzbv: Subventionen für Bio-Energie belasten Lebensmittel-Preise

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, hat die hohen Subventionen für Bio-Energie aus Getreide, Mais oder Raps scharf kritisiert. "Es ist hier zurzeit finanziell viel lohnender, Getreide oder Mais für Biogas anzubauen, als es zum Backen oder als Futtermittel zu verwenden."

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - "Hier müssen in der Energiepolitik die Weichen anders gestellt werden. Wir haben zum Teil unsinnige Förderungen. Es kann nicht sein, dass dies zu Lasten von qualitativ guten und günstigen Lebensmitteln geht», forderte Billen in der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe).

Die gesetzliche Förderung für Biomasse und für nachwachsende Rohstoffe schaffe höhere Anreize, Getreide und Mais zu Biogas zu verarbeiten, anstatt die in der Landwirtschaft sowieso anfallenden Abfälle zu nutzen, sagte Deutschlands oberster Verbraucherschützer. "Das ist Unsinn. Es wäre sinnvoller, die Abfälle zu vergasen und nicht hochwertige Lebensmittel", betonte Billen. Die Einspeise-Vergütungen für Strom schafften "völlig überhöhte Anreize", auf Energiepflanzen zu setzen, statt auf Nahrungsmittel.