Finnischer Reaktor

Vorzeigestück der Atombranche verspätet sich wohl nochmals

Das neue Vorzeigestück der Atomindustrie, der Europäische Druckwasserreaktor (EPR), verzögert sich unter Umständen weiter. Der Reaktor befindet sich seit 2005 im Bau und hätte schon vor zwei Jahren fertig sein sollen. Nun geht man von 2013 oder sogar von 2014 aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Helsinki (afp/red) - Der finnische Stromversorger TVO erklärte am Mittwoch, "auf Grundlage der neuesten Informationen des Reaktorbau-Konsortiums Areva-Siemens" gehe das Unternehmen mittlerweile von einer Inbetriebnahme womöglich erst 2014 aus. Grund seien Verzögerungen bei der Entwicklung des Steuerungssystems und der Elektrik. Zudem hätten sich Installationsarbeiten verzögert.

Andere baugleiche Reaktoren ebenfalls verzögert

Areva zeigte sich von der Ankündigung überrascht. Das Unternehmen arbeite gemeinsam mit TVO derzeit einen detaillierten Zeitplan zur Inbetriebnahme aus, erklärte Areva. Der EPR befindet sich seit 2005 im Bau und hätte eigentlich bereits 2009 fertiggestellt werden sollen. Derzeit ist eine Inbetriebnahme im zweiten Halbjahr 2013 geplant. Ein weiterer EPR entsteht derzeit in Flammanville am Ärmelkanal, auch dort verzögert sich die Fertigstellung. Zwei weitere EPR baut Areva in China.