Verantwortungsvolle Energieversorgung

Vorurteilsfreie Bewertung: Röhrlich erhält Journalistenpreis auf der Jahrestagung Kerntechnik

Heute beginnt die Stuttgart die diesjährige Jahrestagung Kerntechnik. Im Mittelpunkt des Branchentreffs steht die Forderung nach einer vourteilsfreien Bewertung des umstrittenen Energieträgers Kernenergie. Die Journalistin Dagmar Röhrlich erhält in diesem Zusammenhang den mit 5000 Euro dotierten Journalistenpreis des Atomforums für ihre fundiert recherchierten Beiträge.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung Kerntechnik in Stuttgart, die heute begonnen hat, steht die Forderung nach einer vorurteilsfreien Bewertung der Kernenergie in Deutschland. Immerhin deckt der umstrittene Energieträger derzeit über 50 Prozent des Grundlastbedarfs in der Stromerzeugung der Bundesrepublik Deutschland. Gerade vor dem Hintergrund eines notwendigen Ersatzes von Kraftwerkskapazitäten in Europa bis 2020 von etwa 200 000 Megawatt und eines bis dahin zusätzlich steigenden Strombedarfs in der selben Größenordnung dürfe die Option Kernenergie nicht von vorne herein ausgeschlossen werden, ist einer der Hauptforderungen der Tagung.

Neubauverbot ist energiepolitisch verfehlt

Dr. Gert Maichel, Präsident des Deutschen Atomforums, forderte auf der Jahrestagung deshalb eine diskriminierungsfreie Neubewertung der Kernenergie. "Ein generelles Neubauverbot für Kernkraftwerke, wie es die gegenwärtige Bundesregierung vorsieht, ist energiepolitisch verfehlt. Vielmehr gilt es, zukünftigen Generationen die Option Kernenergie offen zu halten." Vor mehr als 1000 Teilnehmern mahnte Maichel gleichzeitig: "Eine verantwortungsvolle Energieversorgung von morgen setzt bereits heute eine sachorientierte und ideologiefreie Bewertung aller Energieträger voraus." Wesentliches Kriterium sei nicht allein eine vorurteilsfreie Diskussion in der Politik, sondern auch in der Öffentlichkeit, so Maichel.

Diskussion versachlichen

Vor diesem Hintergrund zeichnet das Deutsche Atomforum jährlich Journalisten mit dem mit 5000 Euro dotierten Karl-Winnacker-Preis aus. Der Preis wird an Journalisten verliehen, die durch ihre Arbeit dazu beitragen, das Verständnis der Öffentlichkeit für die friedliche Nutzung der Kernenergie zu fördern. Im Rahmen der Jahrestagung Kerntechnik wird der diesjährige Preis an die freie Journalistin Dagmar Röhrlich, Köln, verliehen. "Mit diesem Preis werden ihre fundiert recherchierten Beiträge im Hörfunk, die seit Jahren dazu beitragen die Diskussion über die Kernenergie zu versachlichen, gewürdigt", heißt es in der Begründung.