Strom-News
WissenschaftDer Wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums rät der Politik dazu, die klimapolitische Vorreiterrolle Deutschlands aufzugeben. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf ein Gutachten mit dem Titel "Klimapolitik zwischen Emissionsvermeidung und Anpassung".
Berlin (ddp/red) - Dem Beirat gehören 29 hochkarätige Finanz- und Wirtschaftsexperten an.
Einseitige Vorleistungen einzelner Länder oder Ländergruppen verringern nach Ansicht der Experten sogar die Chancen auf ein umfassendes internationales Klimaabkommen, da dies den "Drohpunkt" der Verhandlungen zu eigenen Ungunsten verlagere. "Das Vorwegmarschieren einer Teilgruppe von Ländern markiert in der Politik vielleicht einen herausragenden moralischen Sieg", zitiert das Blatt aus dem Gutachten. Wenn es aber darum gehe, das Weltklima im Rahmen eines globalen Umweltabkommens zu retten, "ist diese Form moralischen Handelns jedoch eher verfehlt".
Nach Ansicht des Beirates zeigt die lange Reihe enttäuschender oder gescheiteter Klimaschutzverhandlungen, dass in internationalen Beziehungen fast immer wirtschaftliche Argumente den Ausschlag geben. Einseitige Vorleistungen im Klimaschutz eines Staates würden in so einem Umfeld lediglich von "Trittbrettfahrern" ausgenutzt. "Ein Land, das solche Selbstverpflichtungen eingeht, mag hoffen, damit ein positives Beispiel zu setzen, dem andere Länder folgen", heißt es in dem Gutachten wörtlich: "In einer Situation, in der die Emissionen aller Länder durch ihr individuelles Kosten-Nutzen-Kalkül bestimmt sind, ist dies jedoch eine fromme Hoffnung."
Union und FDP hatten sich bei der Regierungsbildung im November vergangenen Jahres auf Vorleistungen im internationalen Klimaschutz verständigt. Wörtlich heißt es dazu im Koalitionsvertrag: "Unser Ziel ist es, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen und Deutschlands Vorreiterrolle beim Klimaschutz beizubehalten."
Der Newsletter von Strom-Magazin.de
Bekommen Sie kostenlos jeden Mittwoch aktuelle News vom Strom- und Gasmarkt direkt in Ihr Postfach! Jetzt anmelden:
Auf die Bürger in der EU könnte eine stärkere Besteuerung der Energie zukommen. Die zuständige EU-Kommissarin regte höhere Energiesteuern als probates Mittel an, um den Energieverbrauch zu senken. Alle Bereiche, die schädlich für das Gemeinwohl seien, sollten mit hohen Steuern belegt werden.
Strom in Europa würde einer Studie zufolge selbst bei einer radikalen Umstellung des Sektors im Sinne des Klimaschutzes nicht viel teurer. Allerdings sei ein massiver Ausbau der Netze notwendig. Umweltschützer zeigten sich gespalten über die Qualität der Prognosen.
Ab sofort gibt es ein neues Internetportal, das den Protest gegen neue Kohlekraftwerke bündelt. Dort gibt es neben Hintergrundinformationen und einer interaktiven Karte auch Infos, wenn man selbst aktiv werden möchte. Die "Klima-Allianz" weist darauf hin, dass die meisten Projekte aufgrund des öffentlichen Protests gekippt wurden.
Der Klimawandel macht den Deutschen offenbar nicht mehr so viel Angst wie noch in den vergangenen Jahren. Das ergab eine repräsentative Infratest-Umfrage im Auftrag des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Als einer der Hintergründe wird die kürzlich bekannt gewordene falsche Berechnung des Weltklimarates vermutet.
Sechs weitere Gemeinden in Hessen haben zu Wochenbeginn die Charta für den Klimaschutz unterzeichnet. Insgesamt sucht Hessen allerdings 100 Kommunen, die bereit sind, die Charta zu unterschreiben. Kritik an Hessens "Nachhaltigkeitsstrategie" kam von den Grünen.Strompreise vergleichen
Einfach Postleitzahl und jährlichen Stromverbrauch in kWh eingeben und günstige Stromtarife finden!