Erklärung

Vorfall in Brunsbüttel: HEW schließt Untersuchungen ab

Der Hamburger Stromversorger HEW hat seine Untersuchungen zur Explosion im KKW Brunsbüttel im Dezember vergangenen Jahres abgeschlossen. Eine Konsequenz des Ereignisses, das "Der Spiegel" als "gravierendsten Unfall" bezeichnete, ist der Rücktritt des Kraftwerk-Leiters. Außerdem soll auf der Ebene der Bereichsleiter ein Generationswechsel stattfinden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Explosion im HEW-Kernkraftwerk Brunsbüttel am 14. Dezember 2001 ist nach Angaben des Hamburger Stromversorgers HEW jetzt aufgeklärt. Das Ereignis, das "Der Spiegel" als "bisher gravierendsten Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk" bezeichnet, wurde von den Betreibern eine ganze Zeit lang als "spontane Dichtungsleckage" beurteilt und als "Routineproblem" behandelt. Untersuchungen der Wasserstoffexplosion, die im Sicherheitsbehälter des Siedewasserreaktor Brunsbüttel eine Rohrleitung über etwa drei Meter völlig zerfetzte, ergaben jedoch ein weitaus gefährlicheres Schreckenszenario. Wäre das Rohr nicht durch eine simple Rückschlagkappe geschützt worden, hätte es an einer verwundbaren Stelle explodieren und damit den Weg für den Austritt von radioaktivem Dampf frei machen können.

Wie HEW jetzt mitteilte ging das Betriebspersonal aufgrund einer unzutreffenden Einschätzung der Leckrate von einem sehr kleinen Leck aus und schloss deswegen das später gefundene Ausmaß des Schadens aus. Dieser Umstand und die fehlende Vorstellung über den tatsächlich eingetretenen Schaden hätten zur Entscheidung geführt, den Leistungsbetrieb des Kraftwerks ohne Inspektion der Leckstelle fortzusetzen, heißt es in der HEW-Erklärung.

Nach der Aufarbeitung aller offenen Fragen hat der Leiter des Kernkraftwerks Brunsbüttel, Volker Brodale, seinen Rücktritt erklärt. Zudem wird die Geschäftsführung der KKB GmbH im Laufe des Jahres auf der Ebene der Bereichsleiter auf mehreren Positionen einen Generationswechsel einleiten.