Höhere Instanz

Vorfälle im EnBW-Kraftwerk: Unternehmen setzt neutralen nuklearen Sonderbeauftragten ein

Die Vorgänge im EnBW-Atomkraftwerk Philippsburg und die Überprüfung aller anderen Kernkraftanlagen, an denen die EnBW beteiligt ist, werden jetzt von einem neutralen nuklearen Sonerbeauftragten beurteilt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bei der Überprüfung der Notkühlsysteme in den anderen deutschen Kernkraftanlagen, an denen EnBW direkt oder indirekt beteiligt ist (Philippsburg 1, Obrigheim und Neckarwestheim 1 und 2), wurden jetzt zwei weitere Regelabweichungen festgestellt. In Obrigheim hat es 2001 vorübergehend einen fünf-prozentigen Abmangel in der Menge der Kühlflüssigkeit und einen sechs-prozentigen Abmangel in der Borkonzentration gegeben. Im Block 1 von Neckarwestheim gab es in der Revision im Jahr 1997 einen vier-prozentigen Abmangel in der Menge der Kühlflüssigkeit. Die Borkonzentrationen waren in Ordnung.

Die EnBW hat jetzt bekannt gegeben, einen einen neutralen nuklearen Sonderbeauftragten einzusetzen. Er soll alle sicherheitsrelevanten Vorgänge in den EnBW-Anlagen untersuchen Konsequenzen für künftiges Handeln aufzeigen. Der Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll warnte in diesem Zusammenhang vor vorschnellen Beurteilungen. "Ich bekomme zunehmend den Eindruck, dass einerseits die behördlich genehmigten Betriebshandbücher widersprüchlich sind und deshalb interpretiert werden müssen, und andererseits unsere Mitarbeiter sie sicherheitstechnisch richtig interpretiert haben. Deshalb ist es für uns alle nötig, am Ende von neutraler Stelle zu erfahren, was richtig und was falsch war."