Umfrage

Vocatus-Studie: Energieversorger im Verbraucherurteil

Das Marktforschungsinstitut Vocatus hat in einer neuen Studie herausgefunden, dass Rechnungsstellung, Problembearbeitung sowie Serviceverfügbarkeit aus Kundensicht die wunden Punkte der Stromanbieter sind. Im Rahmen der Studie wurden rund 950 Verbrauchermeinungen analysiert. Den ersten Platz in Sachen Kundenzufriedenheit belegte die Bewag.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Rechnungsstellung, Problembearbeitung sowie Serviceverfügbarkeit sind aus Kundensicht die wunden Punkte der Stromanbieter. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Vocatus. Der Strommarkt ist im Urteil der Konsumenten noch immer von den mit Beginn der Liberalisierung verbundenen Startschwierigkeiten bei allen Anbietern gekennzeichnet. Große Unterschiede zwischen den etablierten und den neuen Anbietern bestehen - wie bereits kurz nach der Marktöffnung - vor allem im persönlichen Service und der Serviceverfügbarkeit.

Im Rahmen der Vocatus-Studie wurden rund 950 Verbrauchermeinungen analysiert. Berücksichtigt wurden dabei die etablierten Energieversorger Bewag, HEW, EnbW, E.ON und RWE, außerdem die Stadtwerke als regionale, ebenfalls etablierte Anbieter sowie die neuen Anbieter Yello, Ares, best energy und die vor kurzem in Insolvenz gegangene DSA. Den ersten Platz in Sachen Kundenzufriedenheit konnte der Stromanbieter Bewag - heute zur Vattenfall Europe AG gehörig - für sich verbuchen. Der insolvente Anbieter DSA landete dagegen im Kundenurteil auf dem letzten Rang.

Nach Vocatus-Erkenntnissen haben die neuen Anbieter ihre Vorschusslorbeeren inzwischen verspielt, ihre Werbeversprechen und damit die Erwartungen der Verbraucher nicht erfüllt - genau davon profitieren die Etablierten. Große Unzufriedenheit und zahlreiche Beschwerden würden den Neuen Stromanbieter-Markt kennzeichnen. Die Erfahrungen der experimentierfreudigen Kunden, die zum Wechsel bereit waren, haben laut Vocatus potentielle Nachahmer abgeschreckt. Verschärfend käme hinzu, dass sich die etablierten Anbieter tendenziell noch weiter verbessern konnten.

Dass der Strom nun auch billiger zu haben ist, lasse viele Kunden heute völlig kalt, resümmiert Vocatus. Die Ersparnis wiegt nach dem privaten Kalkül der Kunden den Ärger mit dem Service nicht auf. Drei Jahre nach der Liberalisierung ist dies das ernüchternde Fazit von Kundenseite.