Überkreuzbeteiligung geplant

VNG und EWE wollen Gegengewicht zu E.ON/Ruhrgas aufbauen

Die Energieversorger EWE und VNG wollen jeweils 27 Prozent am anderen Unternehmen erwerben. Das ist möglich, weil E.ON und Ruhrgas im Zuge ihrer Fusion ihre Anteile verkaufen müssen. Allerdings ist die Bewertung noch ungeklärt, die EWE-Anteile sind knapp 1,5 Milliarden Euro wert. Die VNG-Anteile werden auf maximal 800 Millionen Euro geschätzt.

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Zeitungsberichten zufolge wollen die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) und der Oldenburger Energieversorger EWE AG eine Überkreuzbeteiligung um ihre Unabhängigkeit zu sichern. Deshalb wollen beide Unternehmen jeweils 27 Prozent Anteile am anderen Unternehmen erwerben. Die derzeit noch im Besitz von E.ON und Ruhrgas befindlichen Anteile an EWE bzw. VNG müssen im Zuge der geplanten Fusion verkauft werden.

Obwohl beide Unternehmen ein gemeinsames Strategiepapier ausgearbeitet haben, stellt insbesondere die Bewertung der Anteile ein Hindernis dar. VNG müsste für den Kauf von 27 Prozent EWE-Anteile von E.ON etwa 1,5 Milliarden Euro investieren, während der Wert der 27 Prozent VNG-Anteile, die EWE von Ruhrgas erwerben würde, auf 600 bis 800 Millionen Euro geschätzt wird.

Mit der Genehmigung der Fusion von E.ON und Ruhrgas hatte das Wirtschaftsministerium den Verkauf der Anteile an VNG und EWE verbunden. Bereits jetzt hat E.ON einen Teil der VNG-Beteiligungen an ostdeutsche Kommunen verkauft. Der Rest soll einem strategischen Investor vorbehalten sein, der so ein Gegengewicht zu E.ON/Ruhrgas aufbauen kann. In Frage kommen hier u.a. RWE, Vattenfall und Gaz de France.